Wenn Ängste den Alltag bestimmen, tiefe Traurigkeit nicht mehr verschwindet oder Kinder plötzlich mit heftiger Wut kämpfen, stehen viele Familien vor einer großen Herausforderung. Wo gibt es rasch Hilfe? Wer hört zu? Und wie lange muss man auf einen Termin warten?
Genau hier setzt ein neues Angebot in Niederösterreich an. Am Bahnhof Tullnerfeld in Pixendorf (Bezirk Tulln) hat vor einem Monat der erste Psychosoziale Dienst (PSD) für Kinder und Jugendliche im Bundesland eröffnet.
Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren mit psychischen Erkrankungen und komplexem Unterstützungsbedarf. Auch ihre Familien werden begleitet. Die Betreuung ist kostenlos.
Ein Team aus Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik sowie Ergo- und Musiktherapie kümmert sich um die jungen Patienten. Besonders wichtig: Jugendliche können sich auch anonym und vertraulich an die Einrichtung wenden. Jüngere Kinder werden gemeinsam mit ihren Eltern betreut.
Hintergrund ist die zunehmende psychische Belastung junger Menschen. Immer mehr Kinder und Jugendliche benötigen professionelle Hilfe. Gleichzeitig sorgen fehlende ambulante Angebote vielerorts für lange Wartezeiten. "Wenn ein Kind psychisch erkrankt, braucht oft die ganze Familie Unterstützung", betont Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Das Land Niederösterreich stellt für das Pilotprojekt von Herbst 2026 bis Ende 2028 insgesamt bis zu vier Millionen Euro bereit.
Auch Landesrat Martin Antauer (FPÖ) sieht darin einen wichtigen Schritt: "Psychische Erkrankungen brauchen genauso verlässliche Hilfe wie körperliche." Ziel sei es, jungen Menschen frühzeitig zu helfen und gleichzeitig die psychiatrischen Kliniken zu entlasten.
Wer Unterstützung sucht, muss nicht unbedingt vorher einen Termin vereinbaren.
Die neue Anlaufstelle befindet sich direkt am Bahnhof Tullnerfeld. Durch die Westbahn-Anbindung ist sie auch öffentlich gut erreichbar.
Das Projekt ist vorerst bis Ende 2028 geplant. Es soll nicht nur betroffenen Kindern und Jugendlichen rascher helfen, sondern auch verhindern, dass sich psychische Erkrankungen langfristig verfestigen.