Nur wenige Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt könnte derzeit eine große Raubkatze unterwegs sein. Im Notzinger Moos in der Gemeinde Oberding wurde ein Tier gesichtet, bei dem es sich nach einer ersten fachlichen Einschätzung um einen Puma handeln könnte.
"Im Gemeindebereich wurde mutmaßlich eine freilaufende Raubkatze gesichtet. Es wird vorsorglich um erhöhte Vorsicht gebeten", teilte das Landratsamt Erding mit. Woher das Tier stammt, ist bislang völlig unklar. Auch Hinweise auf einen Zirkus in der Region gibt es nach Angaben der Behörde derzeit nicht.
Wie die mutmaßliche Raubkatze in die Gegend gelangt sein könnte, bleibt damit vorerst ein Rätsel. Ob eine gezielte Suchaktion gestartet wird und welche weiteren Schritte die Behörden planen, war zunächst offen.
Von dem Tier soll es eine Aufnahme geben. Diese könne vorerst allerdings nicht veröffentlicht werden, erklärte eine Sprecherin des Landratsamtes. Auch die Polizei ist über die Sichtung informiert. Konkretere Informationen zum möglichen Aufenthaltsort oder zum weiteren Vorgehen lagen dort zunächst nicht vor.
Wer die Raubkatze sieht oder Hinweise auf ihren Aufenthaltsort hat, soll sich auf keinen Fall nähern, appelliert das Landratsamt. Stattdessen sollte umgehend die Polizei in Erding verständigt werden.
Besonders wichtig: Hunde sollen derzeit nicht frei herumlaufen. Auch kleine Kinder sollen nicht unbeaufsichtigt im Freien spielen.
Ob tatsächlich ein Puma durch das Münchner Umland streift, muss allerdings erst bestätigt werden. Bis dahin gilt für die Menschen in der Region: Augen offen halten und Abstand zu dem möglichen Wildtier bewahren.
Pumas sind eigentlich in Nord- und Südamerika zu Hause. Die großen Raubkatzen gelten als scheu und gehen Menschen normalerweise aus dem Weg. Begegnungen sind selten – kommt es jedoch zu einem Angriff, kann dieser lebensgefährlich sein.
Ausgewachsene Männchen können bis zu 75 Kilogramm wiegen und rund 1,50 Meter lang werden. Weibchen bringen bis zu 48 Kilogramm auf die Waage und erreichen eine Länge von etwa 1,30 Metern. Auch optisch sind Pumas wandelbar: Ihr Fell kann je nach Region gelbbraun, rötlich-braun oder silbergrau sein. Letztere Färbung brachte ihnen auch den Namen "Silberlöwe" ein.