"Gewalt im Straßenverkehr"

Supercar-Rennen: Österreicher machen Dolomiten unsicher

In den Dolomiten sorgen illegale Supercar-Treffen für Empörung – darunter auch Fahrer aus Österreich. Nun werden strengere Kontrollen gefordert.
Newsdesk Heute
03.02.2026, 15:56
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Laute Motoren, driftende Sportwagen und riskante Überholmanöver: In den Dolomiten sorgen immer mehr Auto- und Motorradtreffen für Empörung. Der italienische Alpenverein warnt vor gefährlichen Szenen auf den Pässen – und fordert strengere Kontrollen.

Besonders am Passo Pordoi werden laut der Südtiroler Sektion des Club Alpino Italiano (CAI) immer öfter Videos auf Social Media veröffentlicht, die zeigen, wie Supercars durch die Serpentinen rasen und in den Kurven driften.

Porsche und Lamborghini

CAI-Präsident Carlo Zanella habe laut der Zeitung "Corriere dell'Alto Adige" dazu zahlreiche solcher Aufnahmen erhalten, die "auf Instagram und YouTube mit völliger Missachtung der Regeln" gepostet würden. "Diese Verhaltensweisen überschreiten inzwischen jedes Limit", kritisiert er.

Porsche, Audi oder Lamborghini seien dabei häufig zu sehen – oft auffällig dekoriert und mit Sponsor-Logos versehen. Problematisch sei nicht nur die illegale Geschwindigkeit, sondern auch die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer wie Touristen oder Anrainer.

Viele Fahrer aus Österreich

Zanella spricht auch ausländische Fahrer an: Nach Wissen des Alpenvereins kämen viele aus Österreich, der Schweiz und Deutschland, weil solche Praktiken in ihren Ländern verboten seien. "Aber weil es bei uns offenbar keine Regeln gibt, werden die Berge zu einem Spielplatz, wo alles erlaubt ist", so Zanella.

Laut CAI nimmt das Problem von Jahr zu Jahr zu. Zwar gebe es vereinzelt Strafen, doch diese stünden in keinem Verhältnis zu den zahlreichen Verstößen. Die Umweltbelastung durch Lärm und Abgase werde ebenfalls ignoriert.

Schäden auf Skipisten

Sogar Skipisten seien betroffen: In San Cassiano sei kürzlich eine Gruppe mit Autos auf eine Langlaufloipe gefahren und habe erhebliche Schäden verursacht. Auch Videos eines bekannten Influencers, der nachts über den Col Gallina rast, sorgen für Kritik.

Zanella sieht vor allem die fehlende Konsequenz als Kern des Problems: Die Beteiligten seien sicher, dass "niemand sie zur Rechenschaft ziehen wird".

"Gewalt im Straßenverkehr"

Auch die Umweltschutzinitiative Transdolomites will nun handeln. Präsident Massimo Girardi habe im vergangenen Sommer 38 solcher Treffen gezählt, berichtet "Giornale Trentino". "Das ist ein Rekord", schrieb er und kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Trient an. "Das ist kein Reisen – das ist Gewalt im Straßenverkehr."

Die Täler rund um das Sellamassiv – Val Gardena, Val di Fassa, Val Badia und Livinallongo – würden inzwischen gemeinsam auftreten und keine Veranstaltungen mehr unterstützen, die Motorräder oder Autos ins Zentrum stellen. Ausgenommen seien nur umweltfreundliche Fahrzeuge wie Elektro-, Wasserstoff- oder Hybridautos.

"Das empfindliche Ökosystem der Dolomiten muss geschützt werden", betont Girardi. Besonders der Passo Carezza habe das höchste Verkehrsaufkommen, was zunehmend auch den Tourismus beeinträchtige.

Zanella stimmt zu und verweist auf die Situation in der Schweiz: Dort seien solche Motor-Treffen verboten – deshalb würden viele nun in die Dolomiten ausweichen. Die Berge seien faszinierend und böten eine spektakuläre Kulisse, dürften aber nicht zur Bühne für illegale Rennen werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.02.2026, 15:56
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