Wer am Mittwoch nach Griechenland fliegt oder bereits dort Urlaub macht, muss sich auf Einschränkungen einstellen. In der Tourismusbranche läuft am Mittwoch ein landesweiter 24-Stunden-Streik. Betroffen sind Hotels, Restaurants, Cafés und zahlreiche touristische Betriebe.
Die gute Nachricht für Urlauber: Flughäfen, Fluglotsen und Fährverbindungen sind nach aktuellem Stand nicht Teil des Ausstands. Die An- und Abreise sollte daher weitgehend normal verlaufen.
Am stärksten könnten die Auswirkungen in Hotels und der Gastronomie spürbar werden. Gäste müssen teilweise mit längeren Wartezeiten beim Check-in, eingeschränkten Dienstleistungen oder reduziertem Personal rechnen.
Auch in Restaurants, Tavernen und Cafés könnte es zu Verzögerungen kommen. Einzelne Betriebe könnten für mehrere Stunden geschlossen bleiben. Touristische Ausflüge oder Angebote könnten ebenfalls kurzfristig ausfallen, wenn Beschäftigte am Streik teilnehmen.
Die Gewerkschaften haben Aktionen in mehreren touristisch wichtigen Regionen angekündigt.
Demos und Arbeitsniederlegungen sind unter anderem geplant in:
■ Athen
■ Thessaloniki
■ Heraklion (Kreta)
■ Chania (Kreta)
■ Rethymno (Kreta)
■ Kos
■ Zakynthos
■ Ioannina
■ Kalamata
■ Patras
Vor allem auf Kreta, Kos und Zakynthos könnten Urlauber die Folgen direkt in Hotels und Gaststätten bemerken.
Die Beschäftigten werfen vielen Arbeitgebern schlechte Arbeitsbedingungen vor. Zwölfstundentage seien in der Branche keine Seltenheit. Zudem würden Überstunden oft nicht ausreichend bezahlt und Kollektivverträge missachtet.
Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne, die Fünftagewoche, bezahlte Überstunden und bessere Absicherung für Saisonarbeiter.
Die Probleme in der Branche bestehen seit Jahren. Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern fehlen derzeit rund 80.000 Beschäftigte im griechischen Tourismus.
Viele junge Menschen würden Jobs in Hotels und Restaurants meiden, weil die Arbeitszeiten lang und die Bezahlung oft unattraktiv seien. Der aktuelle Streik soll den Druck auf Arbeitgeber und Regierung erhöhen.
Unabhängig vom heutigen Streik gab es erst Anfang der Woche auf Santorin einen Ausstand von Busunternehmen und Tourismusbetrieben. Die Beschäftigten protestierten gegen die Folgen des Massentourismus.
Die Insel mit rund 15.500 Einwohnern empfängt jährlich etwa 3,4 Millionen Urlauber. Staus, Wassermangel und Müllprobleme sorgen dort seit Jahren für Spannungen zwischen Bewohnern und Tourismuswirtschaft.
Für die meisten Österreich-Urlauber dürfte der Griechenland-Trip trotz des Streiks nicht ins Wasser fallen. Wer jedoch auf Hotelservice, Restaurantbesuche oder organisierte Ausflüge angewiesen ist, braucht womöglich etwas mehr Geduld als sonst.