Tierische Studie

Untot! Dieses Tier lebt auch ohne Herz und Gehirn

Kein Verfall, sondern Heilung und Herz oder Gehirn braucht es nicht - kein Wunder, dass die "Kaltwasser-Seegurke" auch als "Zombie" betitelt wird.
01.06.2026, 11:27
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Ein Science-Fiction-Szenario am Meeresboden ist keinesfalls erfunden, denn die sogenannte "Kaltwasser-Seegurke" kann alles, was schon in den 70ern in schlechten Horrorfilmen erzählt wurde. Sie lebt ohne abgetrennte Körperteile einfach weiter, heilt sich selbst und braucht weder Gehirn noch Herz. Eigentlich zum neidisch werden, oder?

Man gibt nur einen Brief auf

Während ein verlorener Eidechsenschwanz meist schnell das Zeitliche segnet und selbst Seestern-Arme irgendwann schlapp machen, zeigen die Gewebestücke der Seegurke eine bemerkenswerte Sturheit: Sie heilen, wachsen und funktionieren weiter. Die Forscher Sara Jobson und Annie Mercier konnten ihren Augen kaum trauen.

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Vor allem die Röhrenfüße haben keinen Bock darauf, aufzugeben: Beschädigte Bereiche werden abgestoßen, die Wunden schließen sich und nach wenigen Tagen sind die Verletzungen praktisch verschwunden. Erst schrumpfen die Gewebestücke etwas, später legen sie wieder zu und einige wurden sogar größer als vor der Amputation.

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Zombie-Modus

Noch erstaunlicher: Die Gewebestücke lagen nicht einfach passiv herum. Sie nehmen Nährstoffe auf, zeigen Stoffwechselaktivität und Immunzellen starteten Reparaturprozesse.

Die abgetrennten Tentakel sorgten dabei allerdings für den größten Gruselfaktor. Berührte man sie, reagierten sie weiterhin, streckten sich aus und zogen sich wieder zusammen. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass hier kein "Eigenleben" entwickelt wurde, ist die langanhaltende Signalleistung der Nerven erstaunlich.

Unsterblich? Fast

Die Forscher tauften die Gewebestücke "LiPfe" – kurz für "living immortal P. fabricii explants". Das klingt nach ewiger Jugend, ist aber etwas übertrieben. Niemand weiß bislang, ob die Gewebe tatsächlich unbegrenzt überleben können. Fest steht jedoch: Über mehr als drei Jahre hinweg zeigten sie keinerlei Anzeichen, aufzugeben.

Für die Wissenschaft ist das mehr als nur eine kuriose Geschichte aus der Tiefsee. Die erstaunlichen Selbstheilungskräfte könnten helfen zu verstehen, wie Gewebe repariert wird, warum Zellen altern – und vielleicht eines Tages sogar neue Ansätze für die Regenerationsmedizin liefern.

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