Frauen in Österreich

Warum du am 6. Februar Rot tragen solltest

Am 6. Februar steht im Zeichen der Frauenherzgesundheit. Ein rotes Kleidungsstück oder Accessoire soll das Bewusstsein für das Thema erhöhen.
Heute Life
02.02.2026, 12:05
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Im Jahr 2024 sind über 16.000 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben. Sie sind mit rund 37 Prozent die häufigste Todesursache für Frauen. Warum mehr Frauen als Männer an diesen Erkrankungen sterben, hat viele Gründe. Die betroffenen Frauen können die Symptome oft nicht richtig deuten, denn sie unterscheiden sich von denen der Männer, die weitläufig bekannt sind.

Hier setzt die #GoRed Kampagne an: Sie schafft Bewusstsein für Frauenherzgesundheit – in der Politik, in der Medizin und bei den Frauen selbst.
Am Aktionstag, dem 6. Februar 2026, setzen Frauen und Männer ein deutliches Zeichen: mit einem roten Kleidungsstück oder einem roten Accessoire.

Frauenherzen alarmieren anders

Denkt man an Herzinfarkt, stellt man sich häufig starke Schmerzen in der Brust vor. Doch bei Frauen sehen die Symptome oft ganz anders aus: ungewöhnliche Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Druck im Rücken, Nacken oder Oberbauch, Schwindel oder kalter Schweiß. Frauen erkennen diese Symptome oft nicht und streichen sie als etwas anderes ab. Auch weil sie nicht wissen können, welche fatalen Folgen das für sie haben kann. Gleichzeitig fehlen geschlechtersensible Präventionsmaßnahmen.

Frauenherzgesundheit betrifft uns alle

Herzgesundheit bei Frauen geht nicht nur die weibliche Hälfte der Bevölkerung etwas an. Die Auswirkungen verspäteter Diagnosen sind nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich relevant. Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen hohe direkte und indirekte Kosten durch Hospitalisierungen, Arbeitsausfälle und Langzeitfolgen. Studien zeigen, dass frühzeitige Prävention und gezielte Risikoerkennung die Krankheitslast und Kosten deutlich reduzieren können. Besonders alarmierend: Kardiovaskuläre Erkrankungen nehmen laut internationalen Studien bei jungen Frauen zwischen 20 und 54 Jahren zu. Investitionen in frauenspezifische Prävention sind daher nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. #GoRed Austria versteht sich in diesem Kontext als Brücke zwischen medizinischer Evidenz und gesellschaftlicher Umsetzung.

Prävention für Frauen funktioniert anders

Ein Großteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen wäre vermeidbar. Fünf veränderbare Risikofaktoren – Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen – sind für mehr als die Hälfte der Erkrankungen verantwortlich. Besonders relevant ist dabei, dass Diabetes und Adipositas das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen stärker erhöhen als bei Männern. Bluthochdruck gilt als stärkster einzelner Risikofaktor und steigert das Risiko bei Frauen um etwa 30 Prozent.

"Wir wissen heute sehr genau, dass Prävention bei Frauen anders ansetzen muss als bei Männern", sagt Alexandra Kautzky‑Willer, Stoffwechselexpertin und Gendermedizinerin an der Medizinischen Universität Wien. "Früherkennung von Diabetes, konsequente Blutdruck- und Lipidkontrolle sowie Lebensstilmaßnahmen haben bei Frauen einen besonders hohen präventiven Effekt."

Lebensphasen mit besonderem Risiko

Frauen durchlaufen Lebensphasen mit spezifischen kardiovaskulären Risiken. Zyklusstörungen oder unerfüllter Kinderwunsch können bereits in jungen Jahren Hinweise auf ein erhöhtes Risiko sein. Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie, Schwangerschaftsbluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes gelten als frühe Marker für ein lebenslang erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko und erfordern eine gezielte Nachsorge. Auch eine frühe Menopause stellt einen bedeutenden Risikofaktor dar. "Diese geschlechtsspezifischen Risikofaktoren müssen systematisch erfasst und ernst genommen werden", betont Kautzky-Willer. "Sie bieten eine große Chance, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen frühzeitig zu verhindern."
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der enge Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen. Stress, Depressionen und Angststörungen beeinflussen das kardiovaskuläre Risiko messbar. Studien zeigen, dass Frauen auf chronischen Stress mit stärkeren Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Gefäßfunktion reagieren.
"Herz und Psyche sind bei Frauen besonders eng miteinander verbunden", so Kautzky-Willer. "Deshalb brauchen wir eine ganzheitliche Betrachtung, die mentale Belastungen genauso berücksichtigt wie klassische medizinische Risikofaktoren."

#GoRed Day: Ein rotes Accessoire am 6. Februar

Die Kampagne #GoRed Austria verfolgt das Ziel, dass mehr Frauen ihre kardialen Risikofaktoren kennen, medizinisches Personal frauenspezifische Symptome und Risiken konsequent berücksichtigt und Politik wie Gesundheitswesen gezielt in Prävention und Forschung zur Frauenherzgesundheit investieren. 
Um auf Frauenherzgesundheit aufmerksam zu machen, tragen Mitwirkende am 6. Februar rot - ob Kleidungsstück oder Accessoire – und posten ein Foto in den sozialen Medien mit dem Hashtag #GoRedAustria und #frauenherzenschlagenanders. https://gored.at/

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 02.02.2026, 14:37, 02.02.2026, 12:05
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