Hollywood lässt grüßen! Was im Kultfilm "Snakes on a Plane" für blanken Horror sorgt, spielte sich am Montag (19. Oktober) tatsächlich auf einem japanischen Flughafen ab. Ein Pilot der Fluggesellschaft Japan Air Commuter entdeckte kurz vor dem Start von Fukuoka nach Kagoshima ein kleines Tier im Cockpit. Doch bevor der ungebetene Gast eingefangen werden konnte, war er auch schon wieder verschwunden. Die Maschine blieb am Boden, 43 Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern.
Was folgte, war eine beinahe filmreife Suchaktion. Techniker durchkämmten das Flugzeug, doch vom mysteriösen Eindringling fehlte jede Spur. Erst am nächsten Tag, rund 24 Stunden später, wurde das Rätsel gelöst: Unter dem Teppichboden im hinteren Teil der Passagierkabine hatte sich eine etwa 40 Zentimeter lange Schlange versteckt. Ein Spezialist wurde hinzugezogen und fing das Tier schließlich ein.
Bei dem tierischen Schwarzflieger handelte es sich um eine junge Japanische Vierstreifennatter (Elaphe quadrivirgata). Die in Japan weitverbreitete Schlangenart ist zwar ungiftig, kann sich bei Bedrohung allerdings durchaus mit Bissen verteidigen. Warum die kleine Natter überhaupt an Bord gelangte, bleibt ein Rätsel. Die Fluggesellschaft vermutet, dass sie aus der freien Natur in die Maschine gekrochen war.
Japanische Vierstreifennatter – frech, flink und völlig ungiftig!
Die Japanische Vierstreifennatter (Elaphe quadrivirgata) ist eine ausgezeichnete Kletterin und hätte wohl auch ohne Flugzeug luftige Höhen erreicht. Ausgewachsene Exemplare können bis zu zwei Meter lang werden und haben neben Fröschen, Eidechsen und Nagetieren sogar andere Schlangen auf dem Speiseplan. Obwohl sie völlig ungiftig ist, kann die flinke Natter bei Bedrohung ordentlich zuschnappen.
Dass der Flug dennoch gestrichen wurde, hatte übrigens einen ernsten Hintergrund: Solange sich das Tier unauffindbar im Flugzeug befand, konnten mögliche Schäden an elektrischen Leitungen nicht ausgeschlossen werden. Nach einer technischen Sicherheitsüberprüfung konnte die Maschine am Mittwoch wieder in den regulären Betrieb zurückkehren. Für die Fluggesellschaft war es nach eigenen Angaben der erste Zwischenfall dieser Art.
Fazit: Für einen Gratisflug hat es zwar nicht gereicht, aber immerhin hat es die kleine Natter mit ihrem Ausflug zu internationaler Berühmtheit gebracht!