Die Weinlese 2026 verlangte Österreichs Winzerinnen und Winzern einiges ab. Früher Vegetationsbeginn, heiße Sommermonate und lange Trockenphasen machten das Weinjahr zu einer echten Herausforderung. Die Erntemengen fielen vielerorts geringer aus als gewohnt. Trotzdem gibt es Grund zur Zuversicht: Die Qualität der Trauben stimmt – und die Erwartungen an den neuen Jahrgang sind hoch.
Bei der Bundesweintaufe im Wiener Rathaus wurde der österreichische Weinjahrgang 2026 nun offiziell willkommen geheißen. Die heimische Weinbranche blickt trotz schwieriger Bedingungen optimistisch auf die kommenden Monate.
Ein außergewöhnlicher Sommer hinterließ seine Spuren in den heimischen Weingärten. Die Kombination aus frühem Vegetationsbeginn, hohen Temperaturen und langen Trockenperioden verlangte viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Dass die Erntemengen vielerorts kleiner ausfielen, überrascht daher kaum.
Umso erfreulicher ist der Zustand der geernteten Trauben. "Das Weinjahr 2026 war für unsere Winzerinnen und Winzern sehr herausfordernd. Gerade unter schwierigen Witterungsbedingungen wie der heurigen Trockenheit zeigt sich, wieviel Erfahrung, Fachwissen und Fingerspitzengefühl im heimischen Weinbau stecken. Auch wenn die Erntemenge geringer ausgefallen ist, stimmt uns die hohe Qualität der Trauben zuversichtlich", betonte Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands.
Auch die Österreich Wein Marketing (ÖWM) sieht viel Potenzial im neuen Jahrgang. Geschäftsführer Chris Yorke erwartet charakterstarke Weine, die ihre Herkunft deutlich zum Ausdruck bringen.
"Die Weine des Jahrgangs 2026 vereinen Reife, Ausdruckskraft und Herkunft auf besondere Weise", so Yorke. Sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen dürften sich Weinliebhaber auf Weine mit viel Persönlichkeit freuen.
Neben dem neuen Jahrgang stand bei der Bundesweintaufe auch eine besondere Auszeichnung im Mittelpunkt: Der Bacchuspreis ging heuer an die Journalistin, Autorin und Kulinarikexpertin Barbara van Melle.
Sie engagiert sich seit vielen Jahren für handwerklich erzeugte Lebensmittel, regionale Produzenten und die österreichische Genusskultur. Besonders verdient machte sie sich um den Wiener Gemischten Satz. Ihr Einsatz für dessen Aufnahme in das internationale Slow-Food-Förderprogramm "Presidio" trug dazu bei, die Bedeutung dieser traditionsreichen Weintradition über Österreichs Grenzen hinaus sichtbar zu machen.
Der Bundeswein 2026 erhielt bei der Zeremonie durch Dompfarrer Toni Faber den Namen "Leib und Seele".
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Würdigung von Josef Glatt. Nach 32 Jahren als Direktor des Österreichischen Weinbauverbands verabschiedete er sich mit Ende Oktober in den Ruhestand. Glatt hatte die Entwicklung des heimischen Weinbaus über Jahrzehnte maßgeblich begleitet und dessen internationale Positionierung als Herkunft hochwertiger Qualitätsweine mitgeprägt.
Seit 1. November hat Stefan Kast seine Nachfolge übernommen.