Ein schneller Griff ins Gefrierfach, ein paar Minuten am Herd und schon steht das Essen auf dem Tisch. Wenn es im Alltag einmal hektisch wird, sind Tiefkühlprodukte für viele die Rettung. Trotzdem haben Erbsen, Brokkoli und Co. aus der Tiefkühltruhe nicht gerade den besten Ruf. Frisches Gemüse sei gesünder, Tiefkühlkost voller Zusatzstoffe und einmal Aufgetautes müsse sofort weggeworfen werden – oder etwa doch nicht?
Ernährungswissenschaftlerin Daria Wohlt vom Lebensmittelanbieter Juit räumt mit fünf weitverbreiteten Irrtümern auf – und dabei zeigt sich: So manches, was wir über Tiefkühlkost zu wissen glauben, stimmt gar nicht.
Frisch ist immer besser? Nicht unbedingt: Während Gemüse im Supermarkt liegt oder tagelang im Kühlschrank auf seine Zubereitung wartet, können wertvolle Vitamine verloren gehen.
Tiefkühlgemüse wird dagegen häufig unmittelbar nach der Ernte verarbeitet und eingefroren. Dadurch bleiben viele Nährstoffe gut erhalten. Zwar gehen beim vorherigen Blanchieren ebenfalls Vitamine verloren, doch Untersuchungen zeigen, dass Tiefkühlware bei manchen Vitaminen sogar besser abschneiden kann als mehrere Tage gelagertes Frischgemüse.
Bei Temperaturen von minus 18 Grad wird das Wachstum der meisten Mikroorganismen stark gebremst. Zusätzliche Konservierungsstoffe sind für die Haltbarkeit deshalb normalerweise nicht notwendig. Allerdings lohnt sich ein Blick auf die Verpackung: Bei Fertiggerichten können je nach Rezeptur Aromen, Geschmacksverstärker oder andere Zusatzstoffe enthalten. Tiefgekühlt bedeutet also weder automatisch ungesund noch frei von Zusätzen.
Wer schon einmal völlig zerkochten Brokkoli auf dem Teller hatte, kennt das Problem – doch daran ist nicht unbedingt das Einfrieren schuld: Industriell tiefgekühltes Gemüse wird oft besonders schnell heruntergekühlt. Dabei bilden sich kleinere Eiskristalle, die die Zellstruktur weniger stark beschädigen. Entscheidend ist auch die Zubereitung.
Frisch gekocht schmeckt oft besonders gut. Doch bedeutet das automatisch, dass die Mahlzeit gesünder ist? Entscheidend ist, was tatsächlich auf dem Teller landet. Ein selbst gekochtes Gericht mit viel Salz und wenig Gemüse ist nicht zwangsläufig ausgewogener als ein gutes Tiefkühlgericht.
Wichtig sind unter anderem ausreichend Gemüse, Eiweiß, Ballaststoffe und ein moderater Salzgehalt. Wer zu Fertiggerichten greift, sollte deshalb die Zutatenliste und Nährwerttabelle genauer unter die Lupe nehmen.
Ob Lebensmittel erneut eingefroren werden können, hängt vor allem von ihrer Art und der Lagerung nach dem Auftauen ab: Viele pflanzliche Lebensmittel lassen sich bei sachgemäßer Kühlung erneut einfrieren. Bei rohem Fleisch, Fisch und Geflügel ist besondere Vorsicht geboten. Wurden sie im Kühlschrank aufgetaut, können sie unter geeigneten Bedingungen erneut eingefroren werden; sicherer ist es häufig, sie vorher vollständig durchzugaren.
Ob frisch oder tiefgekühlt – beides kann Teil einer gesunden Ernährung sein. Entscheidend sind Qualität, Zutaten, Lagerung und Zubereitung. Wer bewusst einkauft und Lebensmittel richtig aufbewahrt, kann mit Tiefkühlkost nicht nur Zeit sparen, sondern auch unnötige Lebensmittelabfälle vermeiden.