Hammer-Urteil für Günther "Gunkl" Paal (64): Drei Jahre hinter Gittern statt einer erhofften bedingten Strafe für den Star-Kabarettisten. Der aufsehenerregende Missbrauchsprozess am Donnerstag endete mit einer Überraschung. Der einst gefeierte Künstler wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen sowie des Besitzes und der Weitergabe von Missbrauchsmaterial zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt – wir berichteten.
So geht es nun weiter: Sobald das Urteil rechtskräftig ist (vermutlich binnen der nächsten drei Tage) setzt die Justiz die nächsten Schritte. Gunkl, der noch auf freiem Fuß ist, dürfte bald die Aufforderung zum Strafantritt ins Haus flattern. Das kann je nach bürokratischem Aufwand eine Woche, aber auch länger als einen Monat dauern. Ab Zustellung bleiben Gunkl dann exakt 30 Tage, um die auch Haft anzutreten.
Wohin es geht, steht ebenfalls im Schreiben. Als wahrscheinlichster Haftort gilt für den Kabarettisten die Justizanstalt Sonnberg bei Hollabrunn in Niederösterreich. Auf dem historischen Wasserschloss gibt es eine eigene Abteilung für Sexualstraftäter. Die haben es im gewöhnlichen Häf'n bekanntlich sonst besonders schwer. In Sonnberg hingegen gibt es einen eigenen Behandlungsschwerpunkt mit psychologischer und psychotherapeutischer Betreuung – quasi ein Rundum-sorglos-Paket.
Hinter den hohen Mauern finden rund 350 männliche Häftlinge Platz. Auf dem großzügigen Gelände wird eine rund zwei Hektar große Gärtnerei betrieben, in der unter fleißiger Mithilfe von Häftlingen Gemüse und Blumen gezogen werden. Außerdem gibt es Werkstätten, eine Küche, eine Wäscherei und sogar einen Pferdeeinstellbetrieb. Auch Gunkl müsste als arbeitsfähiger Strafgefangener grundsätzlich einer Beschäftigung nachgehen. Er könnte also schon bald Unkraut jäten und Gemüse ernten – oder als bekennender Hobby-Schmied auch in einer der Häfn-Werkstätten landen.
In der Freizeit stehen Insassen zudem ein Turnsaal, Fitnessräume sowie ein Beachvolleyballplatz und eine Bibliothek zur Verfügung. Bei einer dreijährigen Haftstrafe wäre eine bedingte Entlassung grundsätzlich frühestens nach 18 Monaten möglich, in Sonnberg scheint man jedoch eher streng zu sein. Insider rechnen mit "mindestens zwei Jahren", die Gunkl abzusitzen hat, ehe er auf Bewährung oder mit der Fußfessel freikommen könnte.