Gibt keine Impfung

West-Nil-Virus in Österreich – Fälle steigen jetzt

Vier West-Nil-Fälle gibt es heuer in Österreich bereits. Virologin Judith Aberle erklärt, wo Gefahr droht und wie man sich schützen kann.
Heute Life
01.09.2026, 14:55
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Gelsen-Alarm im Spätsommer: Während Italien bereits mehr als 400 West-Nil-Infektionen meldet und auch Griechenland mit 222 Infektionen und 19 Todesfällen stark betroffen ist, gibt es nun auch in Österreich mehrere gemeldete Erkrankungen.

"Aktuell haben wir in Österreich vier Patientinnen und Patienten mit einer West-Nil-Virusinfektion. Drei von ihnen haben sich höchstwahrscheinlich in Wien angesteckt, eine Person hat sich in der Türkei infiziert", berichtet Virologin Judith Aberle von der Medizinischen Universität Wien.

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Virus kommt nicht aus dem Nichts

Die heute in Europa vorherrschende Viruslinie ist vor etwas mehr als 20 Jahren erstmals in Europa aufgetaucht und hat sich seither stark ausgebreitet. Auch für Österreich ist das West-Nil-Virus längst kein exotischer Eindringling mehr. Der erste menschliche Fall wurde hierzulande bereits 2009 diagnostiziert. "Seither treten fast jedes Jahr Fälle auf, bisher ausschließlich in Wien, Niederösterreich und im Burgenland", erklärt Aberle.

Dass Italien und Griechenland derzeit deutlich stärker betroffen sind, hat mehrere Gründe. Dort treffen hohe Temperaturen, viele Gelsen und wichtige Zugvogelrouten aufeinander. Das Virus zirkuliert vor allem zwischen Vögeln und Stechmücken.

Hitze macht Gelsen gefährlicher

Das Problem: Je wärmer es ist, desto schneller kann sich das Virus in der Gelse vermehren. "Mit zunehmend warmen Sommern müssen wir auch in Österreich häufiger mit Ausbrüchen rechnen", sagt Aberle.

„Mit zunehmend warmen Sommern müssen wir auch in Österreich häufiger mit Ausbrüchen rechnen.“

Das bedeutet allerdings nicht, dass Österreich vor einer großen Epidemie steht. Für die meisten Menschen bleibt das Risiko einer schweren Erkrankung sehr gering. Trotzdem könnte die Zahl der Fälle künftig steigen.

Noch ist die Saison nicht vorbei

Wer glaubt, mit Ende August sei die Gefahr automatisch vorbei, sollte sich nicht zu früh entspannen. Zwar geht die Gelsenaktivität mit den kühleren Temperaturen im September normalerweise zurück. Doch noch können neue Infektionen auftreten.

"Wir sind jetzt nicht am Anfang der West-Nil-Virus-Saison, aber wir rechnen durchaus noch mit weiteren Fällen in Österreich in den nächsten Wochen", warnt die Virologin.

Meist harmlos – manchmal gefährlich

Eine Infektion bleibt in den meisten Fällen völlig unbemerkt. Nur etwa jeder fünfte Infizierte entwickelt Beschwerden. Möglich sind grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit, teilweise kommen Hautausschlag oder Magen-Darm-Beschwerden dazu.

„Rund ein Prozent der Infizierten entwickelt eine Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung.“

In seltenen Fällen wird es ernst: "Rund ein Prozent der Infizierten entwickelt eine Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, oder anderen Symptomen. In diesem Fall sollte man zum Arzt gehen, wobei auch andere Erkrankungen dahinterstecken können."

Der beste Schutz ist simpel

Einen Impfstoff gegen den Krankheitserreger gibt es derzeit nicht. Bei einer Erkrankung werden lediglich die Beschwerden behandelt – etwa mit ausreichend Flüssigkeit sowie fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten. Bei neurologischen Komplikationen ist eine Überwachung im Krankenhaus notwendig.

Noch wichtiger ist daher die Vorbeugung – vor allem in Gebieten mit vielen West-Nil-Fällen. Lange Kleidung, Moskitonetze und Gelsenschutzmittel können Stiche verhindern. "Gelsen sind vor allem in der Dämmerung aktiv, daher hält man sich zu dieser Zeit am besten eher drinnen auf oder verwendet im Freien Gelsenschutzmittel."

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.09.2026, 14:55
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