Die Sporttasche steht bereit, die Laufschuhe warten – doch dein Körper würde sich am liebsten direkt auf die Couch legen. Sofort meldet sich das schlechte Gewissen: Keine Ausreden, Training durchziehen! Dabei ist genau das nicht immer die beste Entscheidung.
Regelmäßige Bewegung ist wichtig für Körper und Psyche. Zur Fitness gehört allerdings auch Regeneration. Es gibt Tage, an denen eine Pause sinnvoller sein kann als das nächste Workout. Entscheidend ist, zwischen dem berühmten inneren Schweinehund und echten Warnsignalen des Körpers zu unterscheiden.
Bei Fieber, einem stärkeren Infekt oder Magen-Darm-Beschwerden gehört das Training gestrichen. Der Körper ist bereits damit beschäftigt, wieder gesund zu werden – eine intensive Sporteinheit bedeutet zusätzliche Belastung. Auch Verletzungen solltest du nicht einfach "wegtrainieren": Im Zweifel lieber pausieren und Beschwerden medizinisch abklären lassen, statt aus einem kleinen Problem eine längere Zwangspause zu machen.
Ein bisschen Antriebslosigkeit nach einem langen Arbeitstag? Da kann Bewegung tatsächlich guttun. Anders sieht es aus, wenn du seit mehreren Nächten zu wenig schläfst, dich ausgelaugt fühlst und kaum Energie für deinen normalen Alltag hast. Schlaf ist ein wichtiger Teil der Regeneration: Wer komplett erschöpft ist, profitiert womöglich mehr von einem frühen Abend im Bett als von einer weiteren Belastung im Fitnessstudio.
Nach einem intensiven Training zieht und zwickt es gerne einmal. Leichte Bewegung kann bei mildem Muskelkater angenehm sein, ein brutales Training derselben beanspruchten Muskelgruppe muss aber nicht sein. Wenn Treppensteigen bereits zur Herausforderung wird und jede Bewegung schmerzt, ist Erholung angesagt. Alternativ kannst du eine andere Körperregion trainieren oder es bei einem entspannten Spaziergang belassen.
Sport kann hervorragend dabei helfen, Stress abzubauen. Doch auch ein Workout kann zum Stressfaktor werden, wenn der Kalender ohnehin aus allen Nähten platzt.
Wer zwischen Job, Familie und Verpflichtungen kaum noch Zeit zum Essen oder Schlafen findet, muss nicht auch noch eine Trainingseinheit in die letzte freie Stunde quetschen. Manchmal ist die bessere Entscheidung, den Termin mit dem Fitnessstudio abzusagen und bewusst nichts zu tun. Eine einzelne Pause macht schließlich weder deine Kondition noch deine bisherigen Fortschritte zunichte.
Den Wein vom Vorabend schnell "ausschwitzen"? So funktioniert es leider nicht. Alkohol wird hauptsächlich über die Leber abgebaut und verschwindet nicht durch eine besonders schweißtreibende Trainingseinheit schneller aus dem Körper.
Dazu kommt: Alkohol kann unter anderem Reaktionsfähigkeit, Koordination und Flüssigkeitshaushalt beeinträchtigen. Das kann beim Training zum unnötigen Risiko werden. Nach reichlich Alkohol heißt es daher besser: erholen, ausreichend alkoholfreie Flüssigkeit trinken und das Workout verschieben.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, während der Menstruation Sport zu treiben. Manche empfinden leichte Bewegung sogar als angenehm. Trotzdem gibt es keinen Grund, sich um jeden Preis durch ein Workout zu kämpfen: Starke Krämpfe, außergewöhnlich starke Blutungen, Schwindel oder ausgeprägte Erschöpfung sind gute Gründe, einen Gang zurückzuschalten. Was an einem Tag guttut, kann sich beim nächsten völlig anders anfühlen. Sehr starke oder ungewöhnliche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Einen Punkt sollte man bei all dem nicht vergessen: Keine Lust allein ist nicht automatisch ein körperliches Warnsignal. Manchmal braucht es tatsächlich nur die ersten fünf Minuten, bis man froh ist, sich aufgerafft zu haben.
Ist der Körper hingegen krank, verletzt oder völlig erschöpft, sieht die Sache anders aus. Dann ist ein Ruhetag keine Niederlage, sondern Teil eines vernünftigen Trainings. Denn fit wird man nicht nur durch Belastung – sondern auch dadurch, dem Körper anschließend Zeit zur Erholung zu geben.