Dienstvertrag im Visier

Wirbel um Unterschriften – neue Vorwürfe gegen Benko

Die Ermittlungen gegen René Benko weiten sich aus. Die WKStA prüft nun mögliche Urkundenfälschung und neue Krida-Vorwürfe.
Newsdesk Heute
31.08.2026, 12:38
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Die Ermittlungen rund um René Benko weiten sich weiter aus. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) geht neuen Verdachtsmomenten nach – dabei geht es unter anderem um Unterschriften auf einem Dokument sowie weitere Krida-Vorwürfe. Benko bestreitet sämtliche Anschuldigungen.

Wie die "Krone" berichtet, hat die WKStA ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den Signa-Gründer eingeleitet. Laut einer Mitteilung vom 27. August 2026 steht Benko im Verdacht, seinen eigenen Dienstvertrag "verfälscht" zu haben.

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Unterschriften nachträglich eingefügt?

Konkret soll Benko am 28. November 2023 und damit nur einen Tag vor der Insolvenz der Signa Holding "nachträglich die Unterschriften (seiner Signa-Mitgesellschafter, Anm.) Torsten Toeller, Ernst Tanner und Dr. Hans Peter Haselsteiner" in einen Dienstvertrag vom 12. Dezember 2021 eingefügt haben.

Die WKStA hält dazu fest: "René Benko steht daher im Verdacht, dadurch das Vergehen der Urkundenfälschung (…) begangen zu haben."

Wer vorsätzlich eine Urkunde fälscht, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Laut Angaben nahm die Soko Signa am 26. August Ermittlungen zu diesem Verdacht auf. Im gesamten Signa-Benko-Komplex laufen derzeit 18 Ermittlungsstränge. Für Benko gilt die Unschuldsvermutung.

Benko weist Vorwurf zurück

Benko befindet sich derzeit in Innsbruck in Untersuchungshaft und bestreitet die Anschuldigungen. Sein Rechtsanwalt Norbert Wess erklärte gegenüber dem "Standard", dass alle Entscheidungsträger zuvor ausdrücklich zugestimmt hätten. Das betreffende Dokument sei "rein für die Buchhaltung nachgezogen" worden.

Darüber hinaus habe der Vertrag "die bisherigen vertraglichen Konditionen aus der Vergangenheit und aus dem Vorvertrag 1:1 fortgeschrieben". Das Dokument habe somit "keine einzige Veränderung, schon gar nicht zu René Benkos Gunsten beinhaltet".

Weitere Krida-Vorwürfe

Parallel dazu prüft die WKStA laut "Standard" neue Verdachtsmomente wegen möglicher betrügerischer Krida. Dabei geht es um den Vorwurf, Benko könnte Gläubiger geschädigt haben. Auch diese Anschuldigungen weist er zurück.

Im November und Dezember 2023 soll Benko dem Bericht zufolge rund 135.000 Euro Miete für einen Fuhrpark an eine Laura-Gesellschaft überwiesen haben. Weitere rund 123.000 Euro sollen Ende 2023 und Anfang 2024 für Aufenthalte im Chalet N am Arlberg an die LS Luxury Collection geflossen sein.

Außerdem prüfen die Ermittler Haftungen, die Benko eingegangen sein soll, als er bereits insolvent gewesen sei.

Millionen-Garantien im Fokus

Am 29. November 2023 soll Benko im Zusammenhang mit dem beantragten Sanierungsverfahren der Signa Holding eine Garantie über drei Millionen Euro als "Fortführungskaution" abgegeben haben. Am selben Tag soll er weitere zwei Millionen Euro für Beraterkosten des Sanierungsverfahrens garantiert haben.

Auch eine Verpflichtungserklärung über rund 426.000 Euro für Mietzahlungen der Villa N in Igls vom 22. Dezember 2023 ist laut Bericht Gegenstand der Ermittlungen.

Benkos Anwalt argumentiert, dass die dafür verwendeten Mittel, wie auch die WKStA wisse, nicht aus Benkos Vermögen gekommen seien. Deshalb könnten seine Gläubiger dadurch nicht geschädigt worden sein. Die Zahlungen und Garantien hätten zudem der Stabilisierung der Signa gedient, für die damals "noch berechtigte Hoffnung" bestanden habe.

Weitere Anklage im Oktober erwartet

Voraussichtlich im Oktober muss sich Benko am Landesgericht einer weiteren Anklage stellen, die Mitte Juni bekannt geworden war. Dabei geht es um schweren Betrug und betrügerische Krida.

Die WKStA wirft Benko in diesem Zusammenhang vor, gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner beziehungsweise Vertretern dessen Familienstiftung eine "wahrheitswidrige Garantie" abgegeben und die Stiftung "betrügerisch in Höhe von rund fünf Millionen Euro" geschädigt zu haben.

Für René Benko gilt die Unschuldsvermutung.

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