Dem vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht gestrandeten Buckelwal Timmy geht es immer schlechter. Die wissenschaftlichen Berater Mecklenburg-Vorpommerns gehen davon aus, dass sich Wasser in seiner Lunge angesammelt hat – ein Zeichen für schwere Organschäden.
"Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer", hielt Umweltminister Till Backhaus (67) zum Wochenbeginn fest. Die Rettungsbemühungen waren nach mehreren gescheiterten Bemühungen eingestellt worden. Nach § 1 Tierschutzgesetz sind Maßnahmen ohne Erfolgsaussicht, die zusätzliches Leid verursachen, rechtswidrig.
Dennoch könnte es jetzt neue Hoffnung für Timmy geben! Eine Privatinitiative hat angezeigt, den gestrandeten Wal in Obhut nehmen zu wollen. Backhaus hat nach rechtlicher Prüfung am Mittwoch grünes Licht gegeben: "Das Konzept kann dem Tier helfen. Wir dulden dieses Vorhaben."
Der Plan: Vom Kopf weg soll der in 1,4 Meter tiefem Wasser auf Grund schrittweise freigespült werden. Luftkissen sollen den tonnenschweren Meeressäuger dann anheben. Mit Pontons und Planen soll er dann in die Nordsee geschleppt werden.
Zwei Geldgeber hätten sich hinter dieses Konzept gestellt. Die größte Hoffnungsnachricht für alle Wal-Fans: Der neue Rettungsversuch soll so schnell wie möglich gestartet werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit den Mittagsstunden. "Wir tun alles, um dem Tier zu helfen", so Backhaus.
Hinter der Aktion stehen laut "Bild" Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, eine Größe der Trabrennpferde-Szene. Sie bestätigen, die offizielle Genehmigung erhalten zu haben. "Ich stehe nicht im Vordergrund. Es ist eine Gemeinschaftslösung. Ich bin dankbar, dass ich Menschen kennenlernen durfte, die mit Sinn, Herz und großem Engagement daran arbeiten, diesem Wal eine Chance zu geben. Geld kann kein Leben retten – nur Menschen können das", konstatiert Gunz.
Währenddessen steht Timmy immer noch unter Polizeischutz. Der ist auch notwendig, denn die Wut der Tierfans über die vermeintliche Untätigkeit hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter aufgeschaukelt, Minister Backhaus erhielt unzählige Morddrohungen.
"Ich bin hier schon durch einige Höllen gegangen. Aber diese Hölle ist die schlimmste, die ich je als Minister erlebt habe", schilderte er gegenüber der "Ostsee-Zeitung". Backhaus ist seit 1998 durchgehend Teil der Landesregierung.