Als Tierschutzinspektor Anthony Joynes von der britischen Organisation RSPCA die beiden Hunde Jack und Poppy entdeckte, bot sich ihm ein herzzerreißender Anblick. Die Geschwister waren in einem Haus eingesperrt worden – ohne Futter, ohne Wasser und ohne jede Möglichkeit zu entkommen. Die Tür war sogar mit einer Kühl-Gefrierkombination blockiert worden.
Die beiden Staffordshire-Mischlinge waren bis auf die Knochen abgemagert und litten unter schweren Hautproblemen. Besonders Poppy war in einem erschreckenden Zustand. Doch trotz ihrer Schwäche suchten die Geschwister immer wieder die Nähe des anderen.
"Sie sahen aus wie Skelette", erinnerte sich Joynes. Die Hunde waren ungewöhnlich still, spielten kaum und wirkten völlig erschöpft. In der Tierklinik lehnten sie sich immer wieder aneinander, als würden sie sich gegenseitig Trost spenden. Doch sobald ein Mensch sie liebevoll streichelte, begannen ihre Schwänzchen zaghaft zu wedeln.
Im RSPCA-Tierschutzzentrum Gonsal Farm in Shropshire begann schließlich ihre Genesung. Mit medizinischer Versorgung, ausreichend Futter und viel Zuwendung verwandelten sich die beiden Häufchen Elend langsam in lebensfrohe Hunde.
Jack fand im November 2023 ein neues Zuhause, Poppy folgte im Jänner 2024. Die Geschwister mussten sich damit voneinander verabschieden – doch nicht für immer!
Acht Monate nach ihrer Vermittlung organisierte die RSPCA ein Wiedersehen. Und tatsächlich: Poppy lief zu ihrem Bruder und begann ausgelassen mit ihm zu spielen. Besonders berührend, weil die Hündin anderen Hunden gegenüber normalerweise eher zurückhaltend ist. Auch ihr Retter Anthony Joynes war dabei und konnte kaum glauben, wie sehr sich seine ehemaligen Schützlinge verändert hatten. Aus zwei schwer kranken, verängstigten Hunden waren glückliche Vierbeiner geworden.