ÖSV-Längläufer

28. Februar 2019 21:10; Akt: 03.03.2019 15:18 Print

Schock-Video zeigt Doper Hauke mit Nadel im Arm

Der Doping-Skandal in Seefeld! Langläufer Max Hauke wurde auf frischer Tat ertappt – ein Polizei-Video zeigt ihn beim Dopen.

Bildstrecke im Grossformat »
Österreichs Wintersport kommt nicht zur Ruhe. Im Rahmen der nordischen Ski-WM in Seefeld kam es zu einem Doping-Skandal. Nicht der erste in der jüngeren ÖSV-Geschichte. Ein Überblick in Bildern. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden in einem ÖSV-Langlauf-Quartier Geräte für Bluttransfusionen gefunden. Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. führen, im Zuge der Olympischen Winterspiele in Turin, italienische Carabinieri in den Quartieren der Biathleten und Langläufer Doping-Razzien durch. Pikant: Der eigentlich gesperrte Walter Mayer ist vor Ort. Wolfgang Rottmann (l.), Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder werden in der Folge lebenslänglich für Olympia gesperrt. wird Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt. Er beendet daraufhin seine Karriere. Später wurde ihm die Beteiligung am Besitz und Betrieb einer Blutzentrifuge vorgeworfen. wird bei Langläufer Johannes Dürr, bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen, EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen. ÖSV-Langläufer Harald Wurm wird für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er unter anderem auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet. Weiters habe er "intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden" angewandt. Bei einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld gab es insgesamt neun Festnahmen. Unter den des Dopings verdächtigten Sportlern sind auch die ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Die Ermittlungen laufen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Max Hauke sitzt im idyllischen Appartement Hotel "Villa Edeltraud zum See" in seinem Zimmer. Er hat eine Nadel im linken Arm stecken, ist gerade beim Blut-Dopen.

Im Hintergrund ist bereits ein Polizist zu sehen. Die Exekutive hat den österreichischen Langläufer auf frischer Tat ertappt. Hauke blickt hektisch um sich, er reibt nervös sein rechtes Bein. Es ist vorbei. Er wurde soeben als Doper entlarvt.

Dieses kompromittierende Video wurde "Heute.at" zugespielt. Es sind beklemmende Aufnahmen. Hauke blickt schockiert in die Kamera.

Internationales Doping-Netzwerk

Max Hauke und sein Langlauf Kollege Dominik Baldauf wurden am Mittwoch im Zuge einer Anti-Doping-Razzia ("Operation Aderlass") gegen ein international agierendes Netzwerk in Seefeld in Tirol festgenommen. Laut Polizei wurde ein Athlet auf frischer Tat ertappt – Max Hauke. Am Donnerstagnachmittag gestanden die ÖSV-Athleten Eigenblut-Doping. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck in einer Aussendung mit.
Nach diesem Video ist das nur logisch.

Die beiden ÖSV-Läufer und der kasachische Sportler hätten umfangreiche Angaben gemacht. Da nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht anzunehmen sei, dass die verdächtigen Athleten auf freiem Fuß die Ermittlungen beeinträchtigen würden, liegen keine Gründe für eine Untersuchungshaft vor, hieß es. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft ihre Enthaftung angeordnet.

ÖSV-Dopingfälle im Langlauf und Biathlon

Vernehmungen noch im Gang

Die beiden estnischen Athleten seien indes noch in Haft. Ihre Vernehmungen seien noch nicht abgeschlossen. Auch die beiden in Seefeld festgenommenen Komplizen des Sportmediziner würden vorerst in Haft bleiben, denn auch bei ihnen seien die Vernehmungen noch nicht abgeschlossen. Morgen Vormittag soll in diesen vier Fällen über eine mögliche Verhängung der U-Haft entschieden werden.

Die Sportler könnten wegen des Vergehens des Sportbetrugs angeklagt werden. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft.

Weitere Storys zum Thema:
+++ Wieder frei! Hauke und Baldauf gestehen Doping +++
+++ Haftbefehl! Doping-Arzt drohen 10 Jahre Gefängnis +++
+++ Schröcksnadel-Drohung – Gottwald kontert mit Kritik +++
+++ Dieser Arzt steckt hinter dem Skandal +++
+++ Hauke: "Ich mache das alles sauber" +++
+++ Doping-Guru: Im ÖSV sind mehr Personen involviert +++
+++ Doping-Sündern droht Rauswurf bei der Polizei +++
+++ Die unheimliche Serie der rot-weiß-roten Dopingfälle +++
+++ Deutete Baldauf hier auf Facebook Doping an? +++
+++ Ermittler nennen Details +++
+++ ÖSV und Polizisten - das sind unsere Dopingsünder +++
+++ Reaktionen: "Dümmer geht es nimmer" +++
+++ Zwei ÖSV-Athleten bei Razzia festgenommen +++
+++ So läuft Blut-Doping bei den Langläufern +++


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(mh)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bürger am 28.02.2019 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Vorverurteilung durch Polizei

    Das Video zu veröffentlichen ist nicht in Ordnung. Das kommt einer Voverurteilung gleich! Das ist Aufgabe der StA. Die Polizei darf nur Fakten sammeln. Dass sich Medien daran beteiligen, ist haarsträubend. Es ist eine Zurschaustellung und Denunzierung der Person, ohne dass noch Urteil gesprochen wurde. Nicht ok. Ich würde dagegen vorgehen.

    einklappen einklappen
  • KawaZ am 28.02.2019 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht nachvollziehbar!

    Sorry aber das geht definitiv zu weit. Die Typen haben gedopt und werden ihre Strafe bekommen. Aber gleich ein Video von der Verhaftung zu veröffentlichen und die 2 so hinzustellen als wären sie bei einer Vergewaltigung erwischt worden, geht überhaupt nicht! Oder hat schon irgendwer einmal ein Video, von der Verhaftung eines täglichen Einzelfalls, gesehen? Bei sowas wird uns das meiste verschwiegen!

  • Gerlinde M am 28.02.2019 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht mit der Dresche!

    Ich finde das nicht in Ordnung! Warum will man einen Menschen zerstören?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • lucifer am 02.03.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    so seit 50 jahren..

    zeig mir EINEN sauberern spitzesportler und ich zeige dir einen lügner. es entscheidet schon lange nicht mehr zum "gut sein" ob einer dopt oder nicht , sonder wer das beste ärzteteam und doping programm hat. alles andere ist HEUCHELEI vom feinsten..

  • Mal ehrlich am 01.03.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fair?

    Von jedem Messerstecher erhält man kein Fahndungsfoto, und bei den Sportlern bekommen wir so schnell wie nie zuvor aus dem Schlafzimmer der Athleten. Schon ein bisschen eigenartig, auch wenn ich natürlich strikt gegen Doping bin, aber hier ist nicht mit einerlei Maß gemessen worden.

  • Name am 01.03.2019 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Unterstes Niveau

    Und zwar, dass dieses Video veröffentlicht und von den Medien verbreitet wird. Reine Sensationsgier ohne Respekt vor der Person. Wie andere Poster schon geschrieben haben eine Zurschaustellung und Vorverurteilung.

    • Klarer Objektivierer am 01.03.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      Doping

      Es wurden weder die Blutgruppe, noch der Hämakrotinwert, noch die Menge der Transfusion des Eigenblutes angegeben. Das wäre ein Verstoß gegen den Datenschutz gewesen. Wer im Licht der Öffentlichkeit steht, vom ÖSV unterstützt wird, darf sich nicht wundern ,wenn er öffentlich vorgeführt wird.

    einklappen einklappen
  • aborigini am 01.03.2019 01:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schock?

    und was ist daran schockieren???? Jeder der schon einmal Blutspenden war, kennt solche Bilder

    • Fritz der Fratz am 01.03.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Augen auf

      So schaut Blutspenden aus, ja im tiefen Kongo. Da steht ein Polizist im Hintergrund keine Krankenschwester.

    einklappen einklappen
  • Bürger am 28.02.2019 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Vorverurteilung durch Polizei

    Das Video zu veröffentlichen ist nicht in Ordnung. Das kommt einer Voverurteilung gleich! Das ist Aufgabe der StA. Die Polizei darf nur Fakten sammeln. Dass sich Medien daran beteiligen, ist haarsträubend. Es ist eine Zurschaustellung und Denunzierung der Person, ohne dass noch Urteil gesprochen wurde. Nicht ok. Ich würde dagegen vorgehen.

    • purplevienna am 01.03.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger:

      Vollkommen richtig - diese Vorgangsweise der (Polizei)Behörde das Video zu veröffentlichen MUSS dienstrechtliche Konsequenzen haben. Es kann nicht so schwierig sein die amtshandelnden Beamten zu ermitteln und dementsprechend auszuforschen. Ebenso sind die veröffentlichenden Medien entsprechend zu belangen!

    einklappen einklappen