EU-Ethiopia Business Forum

"Afrika-Strategie": Ministerin reist nach Äthiopien

Außenministerin Meinl-Reisinger reist am Montag nach Äthiopien. Im Fokus stehen wirtschaftliche und sicherheitspolitische Kooperationen.
Newsdesk Heute
20.04.2026, 08:48
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Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) ist am Montag in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba im Einsatz: Dort steht ihre Teilnahme am "EU-Ethiopia Business Forum" auf dem Programm. Am Rande des Treffens sind Gespräche mit hochrangigen internationalen Partnern vorgesehen – darunter EU-Kommissar für internationale Partnerschaften Jozef Sikela sowie ihr äthiopischer Amtskollege Gedion Timothewos. Auch ein Termin im Umfeld der Afrikanischen Union ist geplant.

Im Vorfeld machte Meinl-Reisinger die strategische Bedeutung des Kontinents deutlich: "Afrika ist ein Chancenkontinent und ein wichtiger Partner für Österreich". Die Reise stehe zudem im Zusammenhang "mit der Erarbeitung einer gesamtstaatlichen Afrikastrategie" und solle Österreichs Bestreben unterstreichen, Beziehungen zu afrikanischen Staaten sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch auszubauen. Es liege "in unserem Interesse, in Afrika politisch und wirtschaftlich stärker präsent zu sein", betonte Meinl-Reisinger.

Ausarbeitung der "Afrika-Strategie"

Dabei verwies sie auch auf geopolitische Entwicklungen: "Österreich und Europa müssen dem wachsenden Einfluss Russlands und Chinas in Afrika mit einer aktiven, glaubwürdigen und langfristigen Partnerschaft begegnen." Bereits am Sonntag hatte die Außenministerin in Addis Abeba österreichische Unternehmen besucht sowie ein Projekt der Austrian Development Agency (ADA) besichtigt.

Hintergrund der Reise ist die aktuell in Ausarbeitung befindliche "Afrika-Strategie" der Bundesregierung. Afrika verfüge mit seiner jungen Bevölkerung über ein wirtschaftliches Potenzial von mehr als 2,5 Milliarden Euro und bewege sich damit in einer ähnlichen Größenordnung wie der Mercosur-Raum, hieß es vorab aus dem Außenministerium. "Besonders für ein exportorientiertes Land wie Österreich eröffnen sich dadurch große Wirtschaftschancen. Diese liegen insbesondere in den Bereichen Umwelttechnologien, Wassermanagement, Infrastruktur, Agribusiness und Tourismus."

Zudem wachse die Bedeutung des Kontinents weiter: Elf afrikanische Staaten zählen bereits heute zu den 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. "Bis 2050 wird voraussichtlich ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben." Auch politisch spiele Afrika eine zentrale Rolle – etwa durch seinen Stimmenanteil in den Vereinten Nationen. Entwicklungen vor Ort hätten direkte Auswirkungen auf Europa: "Ohne Stabilität auf dem Kontinent wird der Migrationsdruck auf Europa nicht abnehmen. Terrorismus, organisierte Kriminalität und regionale Konflikte wirken sich auch auf Österreich aus."

Zu den Schwerpunktländern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zählen neben Äthiopien auch Burkina Faso, Mosambik und Uganda. Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Zusammenarbeit im Rahmen der "EU Global Gateway Strategie", insbesondere in den Bereichen Konnektivität und erneuerbare Energie. Als "Flaggschiffprojekt" gilt dabei der "südliche Wasserstoffkorridor", über den grüner Wasserstoff aus Tunesien und Algerien künftig nach Europa transportiert werden soll.

Auch sicherheitspolitisch ist Österreich engagiert: Das Außenministerium verweist auf Beteiligungen an mehreren EU- und UN-Missionen, etwa EUBAM in Libyen, EUNAVFOR Aspides im Roten Meer und Golf von Aden, EUMAM in Mosambik sowie MINURSO in der Westsahara. Darüber hinaus unterstützt Österreich die Mission der Afrikanischen Union im äthiopischen Tigray und setzt sich für eine engere Zusammenarbeit mit der AU ein.

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