Es ist unvorstellbares Leid, das Arthur A. mit seinem Amoklauf über ganz Österreich brachte. Mit zwei Waffen – einer Glock und einer Schrotflinte – schoss der 21-Jähriger am Dienstag an einem Grazer Gymnasium um sich. Zehn Menschen wurden dabei getötet, er selbst richtete sich nach der Tat in einer Toilettenanlage.
Der Amokläufer vom BORG Dreierschützengasse wurde in der Oststeiermark als Sohn einer Steirerin und eines Vaters mit armenischen Wurzeln geboren. Nach dem Besuch einer Informatik-Klasse an einer Neuen Mittelschule wechselte er – nach der Trennung seiner Eltern – auf eine Wirtschaftsfachschule, später ins Oberstufen-Realgymnasium.
Am Tatort seiner grausamen Bluttat war er zuletzt Schüler im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Der 2022 ohne Abschluss von der Schule abgegangene Jugendliche, der in weniger als zwei Wochen 22 Jahre alt geworden wäre, galt als leistungsschwach und musste wiederholen.
2024 besuchte Arthur A. schließlich einen AMS-Kurs, lebte weiterhin zurückgezogen gemeinsam mit seiner Mutter in einer Wohnung in einem beschaulichen Grazer Vorort. Nachbarn beschreiben ihn gegenüber "Heute" als ruhig und unauffällig.
Kontakte soll der Einzelgänger lediglich zu einem Freund gepflegt haben. Dass der 21-Jährige keinerlei Social-Media-Profile hatte, sei aus Sicht der Ermittler "sehr untypisch für sein Alter". Die beiden Geschwister des Amokschützen sollen laut "Heute"-Informationen mehrere Jahre älter sein.
Bei der Durchsuchung der Wohnadresse des Steirers fand die Polizei neben einem Abschiedsbrief auch eine Videoaufnahme. Der Schütze bekräftigte darin gegenüber seiner Familie, dass er aus "eigenen Überlegungen gehandelt" habe. Gleichzeitig entschuldigt er sich bei seiner Mutter und seinen Geschwistern für die fürchterliche Tat.
Laut "Heute"-Informationen soll Arthur A. diesen Clip kurz vor seiner Tat an seine Mama geschickt haben. Diese öffnete die Nachricht 24 Minuten danach, alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der junge Mann jedoch bereits eine blutige Spur durch das Schulgebäude gezogen.
Von gewalttätigen Gedanken angetrieben, soll der 21-Jährige womöglich ein noch größeres Blutbad geplant haben. Spezialkräfte stellten eine Rohrbombe sicher. Sie war laut Angaben der Ermittler jedoch nicht funktionsfähig. Außerdem wurden offenbar verworfene Pläne für einen Sprengstoffanschlag entdeckt.