Noch-Parteiboss vor Abgang

Babler-Beben droht – jetzt meldet sich Ludwig zu Wort

Am Sonntag werden in der SPÖ die Karten neu gemischt. Im Vorfeld der Krisensitzung spricht jetzt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ein Machtwort.
Nicolas Kubrak
03.10.2026, 13:47
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Bleibt Andreas Babler auch kommende Woche noch SPÖ-Chef? Und wer könnte folgen? Darüber wird in Österreichs Politik derzeit heftig spekuliert. Am Sonntag um 16 Uhr treffen sich alle SPÖ-Landeschefs zu einem Krisengipfel. Viel mehr als Tag und Uhrzeit ist über das Treffen bislang nicht bekannt – die Teilnehmer hüllen sich in Schweigen.

Wer könnte auf Babler folgen?

Doch wer könnte Babler im Fall eines Rückzugs überhaupt nachfolgen? Die Suche gestaltet sich bislang schwierig – zuletzt hagelte es mehrere Absagen. Finanzminister Markus Marterbauer ließ sich am Freitagabend in der "ZIB2" zwar nicht endgültig festnageln, sieht sich derzeit aber wegen persönlicher Umstände nicht an der Parteispitze. Auf die Frage, ob er sich das Amt grundsätzlich vorstellen könne, meinte er schließlich nur: "Das weiß ich nicht, und habe ich mir auch nicht überlegt."

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Noch deutlicher wurde Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner gegenüber "Heute". "Nein. Ich bin stellvertretende Parteivorsitzende, Frauenvorsitzende und Ministerin für drei große Bereiche. Es gibt sehr viel zu tun, darauf konzentriere ich mich", stellte sie klar. Auch sie steht damit aktuell nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung.

Alle warten auf Wiener SPÖ

Noch vor dem Krisengipfel traf sich am Samstag die Wiener SPÖ zu einem Austausch im Rathaus. Bürgermeister Michael Ludwig hat dafür die roten Bezirksparteivorsitzenden geladen. "Ich glaube, das wird ein guter Tag und wir werden gemeinsam darüber beraten, wie es weitergeht", sagte Nationalratsabgeordneter Heinrich Himmer vor der Sitzung zum ORF.

Noch bedeckter zeigte sich Ex-SPÖ-Klubobmann Josef Cap: "Ich sage es Ihnen ehrlich: Ein Wissender bin ich erst nach der Sitzung und nicht vor der Sitzung."

Jetzt spricht Ludwig Machtwort

Nach der Rathaus-Sitzung hat sich Bürgermeister Ludwig höchstpersönlich zur aktuellen Lage geäußert. Auf X schrieb der SP-Grande: "Ich habe mich heute mit den Wiener Bezirksparteivorsitzenden und dem Präsidium der SPÖ Wien ausführlich beraten. Es war eine sehr konstruktive und offene Gesprächsrunde, in der wir alle Optionen sorgfältig abgewogen haben."

Das Ergebnis sei eine "gemeinsame, klare Haltung der Wiener SPÖ". Man ziehe an einem Strang und diese Linie werde er am Sonntag beim Treffen mit den anderen Landesparteivorsitzenden vertreten. "Ich gehe mit einem starken Rückhalt aus Wien in diese Gespräche", so Ludwig.

In einem Interview mit ORF Wien vermied der Bürgermeister ein Bekenntnis zu Noch-SPÖ-Chef Babler: "Uns ist wichtig, dass wir neben personellen Angelegenheiten auch über Inhalte diskutieren und auch über die politische Kommunikation." Es werde über die personellen Angelegenheiten hinaus Wünsche geben, die man als SPÖ Wien innerparteilich deponiere. Am Sonntag werde sich zeigen, wer die Partei in der Zukunft führt.

Kritik aus Wien, auch Gewerkschaft geht auf Distanz

"Heute"-Infos zufolge sprechen sich die Wiener Bezirke mehrheitlich für eine Babler-Ablöse aus. Die Stunden an der SPÖ-Spitze scheinen für Babler gezählt zu sein. Auch die mächtige Gewerkschaft hat ihre großteils schützende Hand entzogen. Lediglich einzelne Vertreter wie Willi Merny stehen Babler dem Vernehmen nach noch zur Seite.

nico,Akt. 03.10.2026, 14:50, 03.10.2026, 13:47