Kurz vor Friedensgesprächen

Blitzbesuch in Berlin – Selenskyj überraschend bei Merz

Überraschungsbesuch in Berlin: Der ukrainische Präsident Selenskyj trifft Friedrich Merz kurz vor den geplanten Friedensgesprächen.
03.11.2026, 14:22
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Kurz vor neuen Friedensgesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA reist Wolodymyr Selenskyj überraschend nach Deutschland. In Berlin berät er mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz über die Verhandlungen und weitere Unterstützung für die Ukraine.

Für den unangekündigten Besuch des ukrainischen Präsidenten wurden am Dienstag weite Teile des Berliner Regierungsviertels abgesperrt. Rund 3.400 zusätzliche Polizisten wurden mobilisiert, auch Spezialeinheiten standen bereit.

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Gegen Mittag traf Selenskyj schließlich im Bundeskanzleramt ein, wo ihn Merz empfing. Auf dem Programm steht neben politischen Gesprächen auch ein gemeinsames Mittagessen.

Brisanter Zeitpunkt für Reise

Der Zeitpunkt des Besuchs ist brisant: Bereits am 10. und 11. November sollen Vertreter der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten in Abu Dhabi zusammenkommen. Das hatte der US-Sondergesandte Steve Witkoff am Montag angekündigt.

Bei den Gesprächen soll es darum gehen, den Weg zu einem Ende des Ukrainekriegs auszuloten. Im Mittelpunkt stehen laut Witkoff "Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Maßnahmen sowie weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden".

Die geplanten Verhandlungen sind Teil der diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, den Krieg zu beenden.

Selenskyj will Deutschlands Rolle klären

Bei seinem Treffen mit Merz möchte Selenskyj vor allem die europäische Beteiligung an den bevorstehenden Verhandlungen besprechen. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, da die europäischen Staaten darauf drängen, bei möglichen Vereinbarungen über die Zukunft der Ukraine nicht außen vor zu bleiben.

Neben den Friedensgesprächen stehen auch konkrete militärische und wirtschaftliche Hilfen auf der Tagesordnung. Wie Selenskyj nach seiner Ankunft auf X mitteilte, will er mit Merz über die ukrainische Flugabwehr sowie Unterstützung für die schwer belastete Energieversorgung sprechen.

USA beraten auch mit Europa und NATO

Noch vor dem Treffen in Abu Dhabi sind weitere diplomatische Gespräche geplant. Am Mittwoch sollen in Brüssel Vertreter der USA, Europas und der NATO zusammenkommen. Dabei geht es unter anderem um mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die künftige europäische Sicherheitsordnung und den Wiederaufbau des vom Krieg betroffenen Landes.

Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte, dass die nationalen Sicherheitsberater an den Beratungen teilnehmen sollen. Wer die Vereinigten Staaten bei dem Treffen vertreten wird, steht derzeit noch nicht fest.

Europa will bei Verhandlungen mitreden

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Rolle der europäischen Staaten bei möglichen Friedensverhandlungen mit Russland. Die Europäer wollen in die Gespräche eingebunden werden. Auch die deutsche Bundesregierung beschäftigt die Frage, wie eine direkte Beteiligung Europas an den Verhandlungen mit Moskau aussehen könnte.

Nach derzeitiger Einschätzung in Berlin dürfte es in Abu Dhabi zwar eine europäische Präsenz geben. Eine direkte Teilnahme europäischer Vertreter am eigentlichen Verhandlungstisch ist nach aktuellem Stand jedoch nicht vorgesehen.

Selenskyj auch bei Sicherheitskonferenz

Der ukrainische Präsident wird während seines Berlin-Aufenthalts außerdem an der Berlin Security Conference teilnehmen. Bei der Veranstaltung kommen Vertreter der Rüstungsindustrie, Militärexperten und Wissenschaftler zusammen, um über aktuelle Bedrohungen und sicherheitspolitische Herausforderungen zu beraten.

Dass Selenskyj persönlich nach Berlin reisen würde, war zuvor nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Die Polizei hatte am Montag lediglich auf mehrere erwartete Staatsgäste bei der Sicherheitskonferenz hingewiesen.

red, 03.11.2026, 14:22