EU-Geheimbericht

Brisante Analyse: Kein Sturz des Iran-Regimes erwartet

EU-Analysten rechnen derzeit nicht mit einem Sturz des Regimes im Iran. Laut Einschätzung könnte sich die Führung trotz Krieg an der Macht halten.
Lara Heisinger
05.03.2026, 08:13
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Trotz des eskalierenden Kriegs im Nahen Osten rechnen EU-Analysten derzeit nicht mit einem schnellen Zusammenbruch der Führung in Teheran. Das geht aus einem vertraulichen Protokoll einer Sitzung des Europäischen Auswärtigen Dienstes hervor, das dem "Spiegel" vorliegt.

Demnach halten Experten es für "wahrscheinlich", dass sich das Regime in Teheran weiterhin "als Zentralregierung halten werde". Die Einschätzung stammt aus einer Lageanalyse des EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) mit Sitz in Brüssel, das am Dienstag europäische Diplomaten über die Situation im Nahen Osten informierte.

"Langstreckenwaffen noch nicht genutzt"

Nach Ansicht der Analysten verfügt der Iran weiterhin über militärische Fähigkeiten. Vor allem habe Teheran seine "Langstreckenwaffen noch nicht genutzt". Gleichzeitig fehle derzeit eine klare politische Alternative zur bestehenden Führung.

Laut der Analyse unterstützt etwa ein Drittel der Bevölkerung das aktuelle Regime. Ein weiteres Drittel stehe hinter Reza Pahlavi, dem Sohn des gestürzten Schahs. Der restliche Teil der Bevölkerung sei unentschlossen oder äußere sich nicht öffentlich.

Die Experten warnen zudem vor einer möglichen "Fragmentierung" des Landes. Der Iran sei ethnisch vielfältig, besonders in Grenzregionen gebe es seit Langem Spannungen. In der Unterrichtung wird deshalb auch das Risiko "bürgerkriegsartiger Szenarien" angesprochen.

Zuletzt hatte der US-Sender CNN berichtet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA kurdische Kräfte im Iran und im Nordirak aufrüsten wolle, um einen "Volksaufstand" auszulösen.

Israel ist "Haupttreiber der Intervention"

In der EU-Analyse wird außerdem Israel als "Haupttreiber der Intervention" bezeichnet. Demnach wolle das Land dem Iran möglichst großen Schaden zufügen – nach der Logik eines "final battle", also einer letzten Schlacht.

Bei den Angriffen konzentriere sich Israel laut der Analyse vor allem auf politische Strukturen des Regimes, während die USA überwiegend militärische Ziele ins Visier nähmen. Beide Staaten hätten zudem "im Vorfeld Kontakte zu Proxies" des Iran gehabt und versucht, diese von einer Beteiligung am Krieg abzuhalten.

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