Tierische Studie

Deshalb schlafen wir in der ersten Nacht schlecht

Menschen sind eben doch nur Säugetiere, denn der Schlaf in der ersten Umgebung unterscheidet uns auch von Mäusen nicht.
04.02.2026, 18:58
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Wer kennt das Problem nicht? Die erste Nacht nach einem Umzug, in einem Hotel oder auch nur beim neuen Freund /der neuen Freundin ist meistens ziemlich schlaflos. Dies ist aber keinesfalls ein "menschliches" Phänomen, sondern liegt tief in unserem animalischen Erbgut verborgen.

Biologischer Instinkt

Neurobiologen ist bereits seit Längerem völlig klar, dass sich unser Gehirn in vielen Bereichen gar nicht so sehr von anderen Säugetieren unterscheidet, doch erst ein Blick ins Mäusehirn hat diese Annahme an der Nagoya-Universität in Japan untermauern können. Der sogenannte "Erste Nacht Effekt" findet sich nämlich auch dort und zeigt sich als richtiger "Wächter-Schaltkreis" in der "Amygdala*"-Region.

*Die sogenannte "Amygdala" befindet sich im Schläfenlappen unseres Gehirns und gehört zum limbischen System. Sie ist für die Bewertung diverser Angstsituationen zuständig und steuert auch die "Kampf oder Flucht"-Reaktion bei Säugetieren.

Wie bei dem Mäuseversuch heißt dies zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch für uns, dass wir instinktiv in fremden und unbekannten Umgebungen schlechter entspannen und schlafen können. Die Wachsamkeit wird in der erweiterten Amygdala aktiv, und Neuronen verstärken diverse Botenstoffe, die anregend wirken. Als man bei den Mäusen in fremder Umgebung die zuständigen "Alarm-Neuronen" blockierte und kein "Neurotensin" mehr ausgeschüttet wurde, konnten die Tiere fest und unbekümmert schlafen.

Für die Forscher ist die Studie mit Mäusen ohne Zweifel auf den Menschen übertragbar und eine Erklärung dafür, warum wir in einer unbekannten Umgebung zumindest die erste Nacht weniger tief schlafen können. Gewöhnen wir uns an die Gegebenheiten, beruhigt sich diese Hirnaktivität und die Schlafqualität verbessert sich wieder.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 04.02.2026, 18:58
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