Die Causa um Günther "Gunkl" Paal sorgt nun auch in der Politik für heftige Reaktionen. Familienministerin Claudia Bauer fordert Konsequenzen und kritisiert insbesondere, dass Paal derzeit auf freiem Fuß ist, während die beiden ebenfalls angeklagten Frauen in Untersuchungshaft sitzen.
Gegen den 64-jährigen Kabarettisten gibt es eine Anklage wegen Kindesmissbrauchs. Auch der Besitz von Missbrauchsdateien wird ihm vorgeworfen.
Auch in der Kunstszene sorgt der Fall für Bestürzung. Paal war unter anderem im Film "Muttertag" zu sehen und wurde einem breiteren Publikum als Musiker und "Experte für eh alles" in "Dorfers Donnerstalk" bekannt.
Der ORF erklärt gegenüber der "Kronen Zeitung" zur Zusammenarbeit mit Paal: "Weder gibt es eine aktuelle Zusammenarbeit noch waren und sind Ausstrahlen etwaiger Produktionen geplant."
Alfred Dorfer hatte bereits öffentlich auf die Vorwürfe gegen seinen früheren Kollegen reagiert. Er sei "vollkommen erschüttert" gewesen, als er "erstmalig die verstörenden Nachrichten" vernommen habe. Bei gemeinsamen TV-Auftritten habe es "weder Anzeichen, Hinweise oder Ähnliches in die kolportierte Richtung gegeben".
Familienministerin Bauer nimmt die Causa zum Anlass, eine Verschärfung des Sexualstrafrechts anzusprechen.
"Jeder Fall ist einer zu viel und grauenhaft. Wir haben im Regierungsprogramm die Verschärfung des Sexualstrafrechts vereinbart, das wird auch für den Bereich des Missbrauchs von Kindern gelten müssen. Und unsere Kinder zu schützen, ist einer der höchsten Werte", stellt Bauer klar.
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Besonders kritisch sieht die Ministerin, dass Paal nicht in Untersuchungshaft sitzt. Die beiden wegen schwerer Erpressung angeklagten Frauen befinden sich hingegen hinter Gittern.
"Zudem ist es null nachvollziehbar, dass schon wieder ein prominenter geständiger Kinderschänder seine Freiheit genießt", ärgert sich die Ministerin. Aus Sicht Bauers müsse sich daran etwas ändern. Es dürfe "keinen Promi-Bonus für Kinderschänder geben".
Aber! "Vergessen wir bitte auch nicht die Kinder, deren Kinderschänder nicht in der Öffentlichkeit stehen. Auch sie haben unsere Aufmerksamkeit und insbesondere unseren Schutz verdient", plädiert die Ministerin und verweist darauf, dass 8 von 10 Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern im familiären Bereich stattfinden.
Mit ihrer Forderung nach strengeren Regeln bringt Bauer die Causa Paal nun auch in die politische Debatte.