Neue Studie zeigt

ID Austria & Co: Mehrheit hat Ärger beim digitalen Amt

Die Regierung präsentiert laufend Digitalisierungsprojekte. Aber die Bevölkerung stellt den digitalen Behördenservices kein gutes Zeugnis aus.
Heute Politik
21.07.2026, 14:16
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Die Digitalisierung der Verwaltung ist in Österreich längst Alltag und wird von der Regierung  weiter forciert. Unter anderem wird die ID Austria ausgebaut – Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) wird nicht müde, den digitalen Identitätsnachweis anzupreisen und auf einer Sommertour durch Österreich an die Bürger zu bringen.

Auch Künstliche Intelligenz (KI) soll das digitale Amt effizienter machen – und vor allem helfen, Personalabbau in der Verwaltung zu kompensieren. Aus Spargründen wird jede zweite pensionsbedingt frei werdende Stelle in der Verwaltung nicht nachbesetzt.

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Nur 40 Prozent zufrieden

Von der österreichischen Bevölkerung bekommt die digitale Verwaltung allerdings kein gutes Zeugnis. Das geht aus einer neuen Studie der Boston Consulting Group (BCG) hervor.  Der sogenannte "Digital Government Citizen Survey 2026" untersucht die Erfahrungen mit staatlichen Online-Angeboten in 44 Ländern – darunter Österreich. Zwischen Februar und April 2026 wurden dafür hierzulande insgesamt 509 regelmäßige Internetnutzer befragt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Bei der Zufriedenheit mit digitalen Behördenservices liegt Österreich am unteren Ende. Nur 40 Prozent der Befragten in Österreich berichten, digitale Behördenservices ohne Probleme nutzen zu können. Anders ausgedrückt: Bei sechs von zehn Bürgern überwiegt der Frust übers digitale Amt.

Österreich liegt dabei auch unter dem internationalen Vergleichswert von 42 Prozent. Als Gründe nennt die Untersuchung unter anderem technische Fehler, komplizierte Bedienung und steigende Erwartungen der Nutzer.

Mensch soll letztes Wort haben

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zeigt sich Österreich deutlich aufgeschlossener. 70 Prozent haben eine neutrale bis positive Haltung gegenüber KI im öffentlichen Bereich. Damit liegt Österreich genau im weltweiten Schnitt.

Freie Hand soll die Technik aber nicht bekommen: 65 Prozent wollen bei komplizierten oder folgenreichen Entscheidungen weiterhin einen Menschen als Kontrollinstanz. KI wird vor allem bei einfachen Aufgaben akzeptiert.

Österreicher wollen mehr Tempo

In der Länderübersicht halten nur rund 40 Prozent der Befragten das Tempo beim staatlichen KI-Einsatz für passend. Österreich wird damit jener Gruppe zugerechnet, in der die Regierung aus Sicht der Bevölkerung bei KI zu langsam vorankommt.

Insgesamt erwarten fast drei Viertel der Bevölkerung von digitalen Behörden inzwischen denselben Online-Komfort wie bei Banken, Fluglinien oder großen Technologiekonzernen. Da hat Österreich noch einen weiten Weg vor sich, ergibt sich aus der Nutzer-Befragung.

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