Seit Beginn des Schuljahres 2026/27 ist es Schülerinnen bis 14 Jahre verboten, in der Schule ein Kopftuch zu tragen, das "das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt".
Das Kopftuchverbot gilt nicht beim Unterricht außerhalb des Schulgebäudes sowie bei Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen außerhalb der Schule. Auch beim Unterricht zu Hause dürfen Kinder und Jugendliche das Kopftuch tragen.
Deshalb hatten Experten vielfach erwartet, dass mit der Einführung des Verbots für Mädchen unter 14 Jahren an Schulen, dass viele Kinder aus der Schule abgemeldet und eben zum häuslichen Unterricht angemeldet werden. Laut Zahlen aus den Bildungsdirektionen war das aber bisher kaum der Fall. Die Zahl der Anmeldungen zum häuslichen Unterricht sei nur leicht gestiegen, wie die APA am Donnerstag berichtet.
Eltern können ihre Kinder daheim unterrichten, weil in Österreich keine Schul-, sondern nur eine Unterrichtspflicht gilt. Kinder können außerdem Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht besuchen, die selbst keine Schulzeugnisse vergeben dürfen.
Österreichweit wurden für das Schuljahr 2026/27 knapp 2.000 Abmeldungen registriert. Im Schuljahr davor waren es rund 1.900. Davon betrifft nur ein Drittel Mädchen unter 14 Jahren.
Insgesamt nahm die Zahl der Mädchen unter 14 Jahren im häuslichen Unterricht gegenüber dem Vorjahr leicht zu, allerdings gerade einmal um rund 70 Personen. Das entspricht auch den Schwankungen der Vorjahre. In den Bildungsdirektionen konnte man dementsprechend auch keinen Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot feststellen.
Die meisten Abmeldungen zum häuslichen Unterricht gab es übrigens in Niederösterreich mit 477, gefolgt von der Steiermark (294), Wien (284) und Oberösterreich (254). Noch ein Detail ist spannend: Buben werden vergleichsweise häufiger abgemeldet als Mädchen.