Nach Missbrauchsvorwürfen

Massiver Spendenrückgang! SOS-Kinderdorf baut Jobs ab

Das SOS-Kinderdorf baut nach massiven Spendenrückgängen Stellen ab. 28 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, weitere sind von Vertragsänderungen betroffen.
Newsdesk Heute
26.05.2026, 14:01
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Nach massiven Spendenrückgängen und internen Reformen baut SOS-Kinderdorf Österreich Stellen ab. Insgesamt verlieren 28 Mitarbeitende in der Verwaltung ihre Jobs, weitere 22 Beschäftigte sind von Änderungen bei ihren Verträgen betroffen.

Die Kündigungen betreffen die Standorte Innsbruck, Wien und Graz. Laut Geschäftsführerin Caroline Porcham verlieren 15 Mitarbeitende in Innsbruck, zwölf in Wien und eine Person in Graz ihren Arbeitsplatz. Für Härtefälle seien "Abfederungsmaßnahmen und Unterstützungsleistungen" vorgesehen.

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Hintergrund der Einsparungen sind laut der Organisation finanzielle Probleme sowie strukturelle Veränderungen nach den bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfen rund um SOS-Kinderdorf. Aufsichtsratsvorsitzender Friedrich Santner erklärte, dass man im Zuge der Aufarbeitung auch die finanziellen Mittel geprüft habe.

Für 2026 rechnet die Organisation im Vergleich zum Vorjahr mit einem Spendenrückgang von rund 20 Prozent. Bereits 2025 seien die Spenden um 17 Prozent gesunken. "Unabhängig davon war es aber notwendig, dass man die Organisation strafft", sagte Santner. Dabei seien "Ineffizienzen und Doppelgleisigkeiten" sichtbar geworden.

Beratung über Organisation bei Betreuung

Trotz der Einschnitte bleiben laut SOS-Kinderdorf weiterhin 2.296 Mitarbeitende beschäftigt. Santner bezeichnete die Kündigungen zwar als "schmerzlichen Schritt", insgesamt aber als "vertretbar und überschaubar". Auch die Geschäftsführung sei bereits verkleinert worden – von drei auf zwei Personen.

Neben dem Personalabbau stehen nun auch die Angebote in den Bundesländern auf dem Prüfstand. Gemeinsam mit Standortleitungen und Landesregierungen werde derzeit beraten, wie die Betreuung künftig organisiert werden soll. Möglicherweise könnten Angebote zusammengelegt werden.

"Kein Kind wird die Betreuung verlassen", versicherte Porcham. Co-Geschäftsführer Wolfram Brugger verwies zusätzlich auf "gesellschaftliche Veränderungen" und neue "Ansprüche" an die Kinder- und Jugendhilfe.

Im Herbst des Vorjahres waren Missstände in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf sowie Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer Hermann Gmeiner öffentlich geworden. Daraufhin wurde eine unabhängige Reformkommission unter Vorsitz der ehemaligen OGH-Präsidentin Irmgard Griss eingerichtet.

Kommissionsbericht bis Ende Juni

Ein Bericht der Kommission wird laut Santner bis Ende Juni erwartet. Bereits jetzt sei aber "in allen Bereichen massiv gearbeitet worden". Man wolle als Organisation künftig "Probleme und Vorfälle sofort und ordentlich lösen".

Offen ist derzeit auch die Nachbesetzung eines Geschäftsführerpostens. Wolfram Brugger führt die Funktion nach dem Abgang von Ex-Geschäftsführerin Annemarie Schlack derzeit interimistisch aus. Die Stelle sei ausgeschrieben, sagte Santner. Ob sich Brugger selbst dafür bewirbt, ließ dieser offen.

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