Doppel-Insolvenz in Vorarlberg

Millionenpleite! Entwickler des "HyperHybrid" geben auf

Zwei Gesellschaften der Vorarlberger Obrist-Gruppe sind insolvent. Eine Fortführung ist nicht vorgesehen, neun Beschäftigte sind betroffen.
Team Wirtschaft
30.09.2026, 10:38
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Zwei Unternehmen der Obrist-Gruppe mit Sitz in Lustenau sind zahlungsunfähig. Über die Obrist Powertrain GmbH und die Obrist Technologies GmbH wurden am Landesgericht Feldkirch Konkursverfahren eröffnet.

Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband mit. Die Anträge auf Eröffnung der Verfahren stellten die beiden Gesellschaften selbst.

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Insgesamt wurden Forderungen in Höhe von rund 24,93 Millionen Euro gemeldet. Auf die Obrist Powertrain GmbH entfallen davon etwa 18,85 Millionen Euro. In diesem Verfahren sind nach den derzeit vorliegenden Unterlagen 34 Gläubiger betroffen. Bei der Obrist Technologies GmbH belaufen sich die Forderungen auf rund 6,08 Millionen Euro, hier sind zehn Gläubiger angeführt.

Angaben zur Höhe der vorhandenen Vermögenswerte enthält die Mitteilung des Kreditorenverbandes nicht. Daher lässt sich derzeit auch nicht sagen, mit welcher Quote die Gläubiger rechnen können.

Neun Beschäftigte betroffen

Besonders bitter ist die Insolvenz für die Mitarbeiter der Obrist Powertrain GmbH. Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung beschäftigte das Unternehmen neun Personen. Bei der Obrist Technologies GmbH waren zuletzt keine Arbeitnehmer mehr angestellt.

Eine Rettung der beiden Gesellschaften ist nach dem derzeitigen Stand nicht geplant. In beiden Verfahren wurde erklärt, dass weder eine Fortführung noch eine Sanierung möglich sei. Die Unternehmen stimmten deshalb einer sofortigen Schließung zu.

Das Landesgericht Feldkirch eröffnete für beide Firmen ein Konkursverfahren. Dabei geht es in erster Linie darum, das noch vorhandene Vermögen zu sichern, zu verwerten und nach den gesetzlichen Regeln unter den Gläubigern aufzuteilen.

Hohe Kosten für die Entwicklung

Die Obrist Powertrain GmbH wurde 2014 gegründet und war im Maschinenbau sowie in der Entwicklung von Antriebssystemen tätig. Das Unternehmen arbeitete vor allem an Lösungen für die internationale Automobil- und Transportbranche.

Ein Schwerpunkt lag auf dem sogenannten "HyperHybrid". Dabei handelt es sich um ein serielles Hybrid-Antriebssystem mit einem eigens entwickelten Verbrennungsmotor. Dieser sollte laut Unternehmenskonzept auch mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden können.

Die Obrist Technologies GmbH kümmerte sich innerhalb der Unternehmensgruppe hingegen um Patente und andere Schutzrechte. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehörten Technologien für klimaneutrale beziehungsweise klimapositiv bezeichnete Kraftstoffe. Auch Verfahren zur Abscheidung von CO₂ und zur Herstellung von Methanol spielten eine Rolle.

Diese Entwicklungsarbeit verschlang über Jahre viel Geld. Als eine der Ursachen für die Insolvenz werden die hohen Aufwendungen genannt, die für Forschung und Entwicklung angefallen seien. Gleichzeitig gelang es offenbar nicht, die entwickelten Technologien dauerhaft erfolgreich auf dem Markt zu etablieren.

Auto-Krise verschärfte die Probleme

Zusätzlich belastete die Krise der europäischen Autoindustrie die beiden Vorarlberger Firmen. Auch die strategische Ausrichtung der Branche wirkte sich nach Angaben in den Insolvenzunterlagen negativ aus.

Viele Fahrzeughersteller setzen inzwischen verstärkt auf reine Elektroautos. Für die von Obrist entwickelten Hybridlösungen erschwerte diese Entwicklung die wirtschaftlichen Aussichten.

Bis zuletzt wurde offenbar nach einer Möglichkeit gesucht, neues Kapital und einen internationalen Partner an Bord zu holen. Verhandlungen mit ausländischen Investoren über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens scheiterten jedoch. Damit fiel eine erhoffte Perspektive für die weitere Finanzierung weg.

tmw,30.09.2026, 10:38
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