Nach dem brutalen Zwischenfall im Wildgehege des Kurparks Oberlaa ("Heute" berichtete) sorgten plötzlich verwaiste Ställe für neue Unruhe. Besucher, darunter auch eine Schulklasse, standen vor einem leeren Gehege und fragten sich besorgt, was mit den Wildtieren wie Alpakas, Ziegen und Schafen passiert sei.
Die Wiener Stadtgärten geben jedoch Entwarnung: Die Tiere wurden lediglich für einige Tage an einen geschützten Ort gebracht, um sich von den jüngsten Ereignissen zu erholen.
Laut der Kronen Zeitung bestätigten die Stadtgärten auf eine Anfrage der FPÖ, dass kein weiterer Vorfall vorliegt. Die Tiere befinden sich derzeit in einem Ausweichquartier und sollen schon bald wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren. Dass sie überhaupt eine Ruhepause benötigen, zeigt jedoch, wie belastend die Attacke gewesen sein muss.
Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein Vorfall aus vergangener Woche. Kurz vor sieben Uhr morgens sollen vier Jugendliche über den Zaun des Wildgeheges an der Laaerberger Straße geklettert sein. Dort hetzten sie Alpakas, Schafe und Ziegen durch die Anlage und versetzten die Tiere in Angst und Stress.
Als ein 57-jähriger Passant einschritt und die Jugendlichen zur Rede stellte, eskalierte die Situation. Der Mann wurde laut Polizei mit einem Messer bedroht und anschließend mit einem Schlagstock niedergeschlagen. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung konnten die Verdächtigen bislang nicht ausgeforscht werden. Zeugen beschrieben die Täter als etwa 13 bis 14 Jahre alt und unterwegs auf Leihrädern.
Der jüngste Angriff reiht sich in eine Serie besorgniserregender Vorfälle ein. Bereits in der Vergangenheit kam es im Gehege zu schweren Misshandlungen von Tieren. Laut Angaben einer Tierschutzplattform wurden einzelne Tiere dabei so schwer verletzt, dass eines operiert und ein weiteres sogar eingeschläfert werden musste.
Die Stadt Wien reagierte damals mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und ließ einen weiteren Schutzzaun errichten. Viele meinten sogar, dass die Tiere mittlerweile wie in einem "Hochsicherheitsgefängnis" leben würden, doch der aktuelle Vorfall zeigt jedoch, dass diese Maßnahmen offenbar nicht ausreichen.