Schon wieder ein spektakulärer Einbruch bei einem bekannten Innenstadt-Juwelier in Österreich! Nur zwei Tage nach der Rammbock-Attacke auf den Luxus-Juwelier Von Köck in Wien haben unbekannte Täter nun in Graz zugeschlagen.
Diesmal traf es den Traditionsbetrieb Weikhard direkt am Hauptplatz. Die Einbrecher erbeuteten hochwertige Armbanduhren – und waren nach nur 90 Sekunden wieder verschwunden.
Der Coup ereignete sich in der Nacht auf Freitag (30. Oktober). Zwei Männer verschafften sich gegen 3 Uhr früh gewaltsam Zugang zur Auslage des Juweliers. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung fehlt von ihnen bislang jede Spur.
Die Täter gingen schnell vor: Mit einem speziellen Werkzeug schlugen sie eine Auslagenscheibe ein. Anschließend griffen sie nach mehreren hochwertigen Armbanduhren und flüchteten mit ihrer Beute in unbekannte Richtung.
Der Alarm wurde ausgelöst, die Polizei rückte aus und leitete umgehend eine Fahndung im Grazer Stadtgebiet ein. Diese blieb zunächst erfolglos.
Wie hoch der finanzielle Schaden ist, steht derzeit noch nicht fest. Das Kriminalreferat Graz sicherte Spuren am Tatort. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Steiermark übernommen.
Der betroffene Juwelier Weikhard ist eine bekannte Adresse am Grazer Hauptplatz. Die Stelle vor dem Geschäft gilt seit vielen Jahren auch als beliebter Treffpunkt für Verabredungen. Geschäftsführer Klaus Weikhard bestätigte den Einbruch gegenüber der "Kleinen Zeitung": "Ja, bei uns ist in der Nacht eingebrochen worden. Es wurden Luxusuhren gestohlen."
In der Auslage befanden sich zur Tatzeit weniger Uhren als üblich. Dennoch gelang es den Einbrechern, mehrere wertvolle Stücke mitzunehmen. Wie viel die gestohlenen Uhren insgesamt wert sind, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Trotz des Einbruchs gibt es für Kunden eine wichtige Nachricht: Das Geschäft bleibt im Verkaufsbetrieb. Auf Facebook veröffentlichte der Juwelier eine Mitteilung mit der Überschrift: "WIR SIND WIE GEWOHNT FÜR SIE DA!"
Darin erklärt das Unternehmen, dass die Ereignisse zwar Spuren hinterlassen hätten, man sich davon aber nicht aufhalten lasse. Der Verkauf laufe uneingeschränkt weiter, das Team freue sich darauf, Kunden weiterhin persönlich zu begrüßen. Zugleich bedankt sich der Traditionsbetrieb für die vielen Nachrichten und Zeichen der Unterstützung nach dem Einbruch.
Der neue Fall sorgt auch deshalb für Aufsehen, weil erst am Mittwoch (28. Oktober) ein anderer prominenter Juwelier zum Ziel von Einbrechern wurde.
Gegen 4.20 Uhr raste eine unbekannte Bande mit einem Lexus-SUV rückwärts in die Auslage des Luxus-Juweliers Von Köck am Wiener Graben. Die Täter zerstörten die Schaufensterfront, drangen in das Geschäft ein und flüchteten mit wertvollem Schmuck.
Das schwer beschädigte Fahrzeug blieb zurück. Glasscherben und Trümmer lagen vor dem Geschäft, während die Polizei umfangreiche Spuren sicherte.
Wie schwer die Folgen des Wiener Einbruchs sind, schilderte Geschäftsinhaber Felix Köck gegenüber "Heute". "Der Schaden ist leider sehr groß und bewegt sich im siebenstelligen Bereich", sagte der Juwelier.
Unter der Beute befinden sich auch seltene Edelsteine und Einzelstücke, die teilweise weltweit einzigartig sind. Köck geht davon aus, dass die Täter diese nur schwer regulär verkaufen können. Ihnen fehlen unter anderem die entsprechenden Echtheitszertifikate.
Der Wiener Juwelier hofft, sein beschädigtes Geschäft rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft wieder öffnen zu können.
Die Vorgehensweise unterscheidet sich deutlich: In Wien verwendeten die Einbrecher ein Auto als Rammbock. In Graz schlugen sie eine Auslagenscheibe mit einem Werkzeug ein. In beiden Fällen dauerte der Zugriff auf die Beute nur kurze Zeit. Die Täter entkamen zunächst unerkannt.
Ob hinter den beiden Einbrüchen dieselben Täter stecken oder die Fälle miteinander zusammenhängen, ist nicht bekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt in Graz und Wien.
Während der Juwelier in Wien noch mit den schweren Schäden kämpft, setzt Weikhard in Graz ein klares Zeichen: Der Verkauf geht trotz des nächtlichen Einbruchs weiter.