Historischer Tiefstand

Neue Zahlen – Österreicher immer kürzer im Krankenstand

Österreichs Krankenstände sind so kurz wie noch nie. Im Jahr 2025 dauerte eine Krankmeldung im Schnitt nur noch 9,1 Tage.
Newsdesk Heute
13.08.2026, 22:17
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Österreichs Arbeitnehmer kehren nach einem Krankenstand heute deutlich schneller an ihren Arbeitsplatz zurück als noch vor einigen Jahrzehnten. Neue Zahlen der Statistik Austria zeigen: Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstands ist auf einen historischen Tiefstand gesunken.

Im Jahr 2025 waren Beschäftigte im Schnitt 9,1 Tage pro Krankenstand krankgemeldet. Zum Vergleich: 1965, dem ersten Jahr der Statistik, waren es noch durchschnittlich 18,6 Tage und damit mehr als doppelt so viele.

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Krankenstände werden immer kürzer

Über die vergangenen Jahrzehnte ging die Dauer kontinuierlich zurück. 2015 fiel der Durchschnitt mit 9,9 Tagen erstmals unter die Marke von zehn Tagen.

Während der Corona-Pandemie kam es zwischenzeitlich zu einem Anstieg. 2020 dauerte ein Krankenstand im Schnitt 11,7 Tage, 2021 waren es 10,3 Tage. Danach setzte sich der Rückgang wieder fort.

Anders sieht es bei der Gesamtzahl der Krankenstandstage pro erwerbstätiger Person aus. 2025 waren Beschäftigte durchschnittlich 14,7 Tage krankgeschrieben. Ein Jahr zuvor waren es noch 15,1 Tage. Der bisherige Tiefstwert wurde 2006 mit zwölf Tagen erreicht.

Beim Wifo-Fehlzeitenreport Ende Juni wurde darauf hingewiesen, dass die Zahl der Krankenstandstage weiterhin über dem Niveau vor der Covid-Pandemie liegt. Als einen Grund nannte Studienautorin Christine Mayrhuber eine Zunahme von Atemwegserkrankungen. "Das ist gekommen, um zu bleiben."

ÖGB fordert bessere Arbeitsbedingungen

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) bewertet die jüngste Entwicklung grundsätzlich positiv, sieht allerdings keinen Anlass zur Entwarnung. "Denn jeder Krankenstandstag ist einer zu viel", erklärte Julia Stroj, die beim ÖGB für den Bereich Gesundheit zuständig ist. "Daher braucht es ausreichend Präventionsmaßnahmen, bessere Arbeitsbedingungen und verlässlichen Schutz für Beschäftigte."

Auch die Arbeiterkammer sieht Handlungsbedarf. "Jeder verhinderte Krankenstand ist grundsätzlich eine gute Nachricht", erklärte AK-Soziales-Bereichsleiterin Ines Stilling.

Die AK fordert unter anderem einen Kündigungsschutz während des Krankenstands und stärkere Prävention. Arbeitsdruck, Personalmangel und zunehmende psychische Belastungen seien für zahlreiche Beschäftigte weiterhin Alltag.

Wirtschaftskammer warnt vor Missbrauch

Einen anderen Schwerpunkt setzt die Wirtschaftskammer. Sie fordert Maßnahmen gegen einen möglichen Missbrauch von Krankenständen.

Der Großteil der Arbeitnehmer verhalte sich korrekt, allerdings nicht alle, erklärte WKÖ-Sozialpolitik-Abteilungsleiter Rolf Gleißner. "Je Arbeitstag, der durch Krankenstand verloren geht, treffen die Unternehmen Kosten von mindestens 300 Euro."

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