An der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta hat sich die Lage erneut zugespitzt. Rund zwei Wochen nach dem schweren Massenandrang Ende Juli versuchten am Samstag erneut zahlreiche Migranten, von Marokko aus in Richtung Ceuta zu gelangen.
Nach Angaben des marokkanischen Portal "Le360" sowie spanischen Medien wie "El País" wurden auf marokkanischer Seite knapp 300 Personen festgenommen. Die meisten von ihnen sollen aus Ländern südlich der Sahara stammen.
Die Menschen wurden demnach nahe Fnideq, auf Spanisch Castillejos, aufgegriffen. Dort hatten sich Gruppen in bewaldeten Hügeln oberhalb der Grenzstadt aufgehalten. Ein Behördenvertreter sprach von einer "Routinemaßnahme zur Verhinderung von Versuchen der irregulären Migration" in Richtung Ceuta.
Auslöser der neuen Alarmstufe waren Aufrufe in sozialen Netzwerken. Dort war für den 15. August zu einem neuerlichen Grenzübertritt mobilisiert worden. Gleichzeitig kursierte das Gerücht, die Grenze nach Ceuta werde an diesem Tag geöffnet. Marokko kündigte daraufhin zusätzliche Maßnahmen an, auch Spanien verstärkte Polizei und Militär in der Exklave.
Bereits am Samstagvormittag berichteten spanische Medien von einem massiven Sicherheitsaufgebot auf beiden Seiten der Grenze. Später meldeten marokkanische Sicherheitskreise, die Lage habe sich wieder normalisiert. Ein größerer Durchbruch nach Ceuta blieb nach derzeitigem Stand aus.
Der Hintergrund ist der Massenansturm Ende Juli. Damals gelangten nach unterschiedlichen Schätzungen Zehntausende Menschen nach Ceuta, teils schwimmend, teils über den Landweg. Mehr als 72.000 Menschen sollen dabei illegal in die Exklave eingedrungen sein.
Der Großteil von ihnen kehrte zwar wenige Stunden später wieder um, es sollen aber noch einige Tausend zurückgeblieben sein. Die Stadt sei "am absoluten Limit" hieß es Anfang August. Mindestens 91 Personen kamen beim Grenzübertritt ums Leben.
Ceuta liegt an der nordafrikanischen Küste, gehört politisch zu Spanien und ist damit Teil der EU-Außengrenze, gehört aber nicht zum Schengenraum. Die Grenze zu Marokko gilt seit Jahren als einer der sensibelsten Punkte der europäischen Migrationsroute. Sowohl Spanien als auch Marokko wollen eine Wiederholung mit verstärkten Kontrollen verhindern, auch das Militär ist in größerer Stärke vor Ort.