"Nur mit Kurz": Aber Edtstadler steht schon parat

Kanzler Sebastian Kurz nach seinem Gespräch mit Bundespräsident Van der Bellen.
Kanzler Sebastian Kurz nach seinem Gespräch mit Bundespräsident Van der Bellen.Helmut Graf
Am Donnerstag zeigte sich die Tragweite des "türkisen Ibiza". Der Kanzler schließt den Rücktritt weiter aus, die ÖVP bereitet aber einen Wechsel vor. 

Tag eins nach dem "türkisen Ibiza" und dem "Österreich"-Umfrage-Gate der ÖVP. Hektische Beratungen, auch der Bundespräsident schaltet sich ein – wie schon 2019. Ein Überblick:

Kurz erfasst Tragweite

Nach dem ZiB2-Interview ist Kurz noch überzeugt, alle Wogen glätten zu können. In der Früh hat er einen Termin in der Wiener City, da ruft Kogler an. Kurz geht raus, kommt zurück, sagt merkbar irritiert: "Ich weiß nicht, ob der Kogler hält." In der ÖVP bricht nun Panik aus.

Kurz danach

Die ÖVP-Minister treffen sich mit Kanzler Kurz, schwören sich in dieser Sitzung auf ein "Nur mit ihm" ein.

11.30 Uhr

Meinl-Reisinger geht als Erste an die Öffentlichkeit, attestiert Kurz vor der Presse "absolute Amtsunfähigkeit". 

11.45 Uhr

Van der Bellen lädt die Parteichefs zu Gesprächen.

12 Uhr

Die ÖVP-Teilorganisationen versichern Kurz via Aussendung ihre "volle Unterstützung".

12.30 Uhr

Rendi-Wagner fordert den Rücktritt von Kurz.

12.51 Uhr

Auch die ÖVP-Landeschefs stehen "geschlossen" hinter Kurz, beteuern sie per Aussendung. Aber: Das Abrücken beginnt. Die ersten wägen intern ab: Kurz weg oder Koalition? Erstmals kommt EU-Ministerin "Karo" Edtstadler ins Spiel. Sie soll Kurz nachfolgen, den Pakt mit den Grünen retten. Bis in den Abend hinein hört man das immer öfter.

13.30 Uhr

Vizekanzler Kogler ist als Erster bei Van der Bellen. Nach rund 90 Minuten spricht er von einem "guten Gespräch".

15.27 Uhr

Die ÖVP-Regierungsmitglieder erklären öffentlich, dass sie nur mit Kurz an der Spitze in der Regierung bleiben.

16.05 Uhr

Kurz redet 40 Minuten mit Van der Bellen.

16.25 Uhr

Kogler lädt die Parteien für Freitag zum Gespräch ein.

17.30 Uhr

Der ÖVP-Parlamentsklub trifft sich zur Krisensitzung, später auch die Landeschefs.

18.30 Uhr

Auch die SPÖ-Gremien tagen – persönlich und per Video.

Freitag, 11.30 Uhr

Meinl-Reisinger wird in der Hofburg erwartet, um 15 Uhr ist dann noch FPÖ-Chef Kickl bei Van der Bellen.

Karoline Edtstadler (ÖVP) ist eine mögliche Kurz-Nachfolgerin.
Karoline Edtstadler (ÖVP) ist eine mögliche Kurz-Nachfolgerin.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

Kurz-Nachfolge: Königsmacherin Mikl

Wer, wenn nicht er? Diese Frage beschäftigt derzeit die ÖVP. Sollte Kurz als Parteichef gehen (müssen), hat Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner die Schlüsselrolle: Sie selbst wäre die logische Nachfolgerin an der Spitze, will aber in Niederösterreich bleiben. Sie versuchte deshalb gestern, bei Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer vorzufühlen, ob er den Job will – als "Elder Statesman"-Lösung, zumindest bis wieder Ruhe in der ÖVP eingekehrt ist. Der betonte jedoch öffentlich: "Ich möchte Landeshauptmann bleiben." "Heute" sprach mit Haslauer

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Wahrscheinlichere Variante: Europaministerin Karoline Edtstadler. Will das die ÖVP? Unklar. Edtstadlers Büro wies dieses Gerücht entschieden zurück, verwies auf die gemeinsame Erklärung aller türkisen Minister, nur mit Sebastian Kurz als Kanzler weiterregieren zu wollen.

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