Im Sommergespräch im ORF hatte Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker mit einer neuen Idee aufhorchen lassen. Er will ein "Zukunftsdepot" als neues Sparmodell zum steuererleichterten Vermögensaufbau für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Konkret sieht dieses "Zukunftsdepot" vor, dass pro Kind jährlich bis zu 5.000 Euro angelegt werden können. Bis zum 18. Geburtstag soll dafür keine Kapitalertragssteuer auf die Erträge anfallen. Und teilnehmende Banken sollen für das Depot keine Gebühren oder Spesen verrechnen. Geplanter Start wäre laut Stocker der 1. Jänner 2027.
Das Depot war auch eines der Themen von Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) mit Maria Luís Albuquerque, EU-Kommissarin für Finanzdienstleitungen und die Spar- und Investitionsunion. Dabei erhielt es offenbar Rückenwind auf europäischer Ebene. Das Modell greift zentrale Ziele der europäischen Spar- und Investitionsunion auf: mehr Menschen den Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen, langfristigen Vermögensaufbau zu fördern und die Finanzbildung zu stärken.
Auch eine aktuelle Umfrage von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag des Aktienforums hatte zuletzt eine breite Zustimmung zum Stocker-Vorstoß gezeigt: 53 Prozent der Österreicher befürworten demnach die Einführung eines Zukunftsdepots, mit dem Eltern für ihre Kinder unter 18 Jahren steuerbegünstigt in Aktien, Anleihen, ETFs und Investmentfonds investieren können. 71 Prozent sprechen sich grundsätzlich für steuerliche Anreize bei der privaten Pensionsvorsorge mit Wertpapieren aus.
"Wir wollen den Menschen in Europa bessere Möglichkeiten geben, langfristig zu sparen und zu investieren. Initiativen wie das österreichische Zukunftsdepot, das von Bundeskanzler Christian Stocker vorgeschlagen wurde, unterstützen dieses gemeinsame Ziel: Bürgerinnen und Bürger frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen, Finanzwissen zu stärken und Ersparnisse stärker für Investitionen und Wachstum in Europa zu mobilisieren", sagte Albuquerque nach dem Treffen mit Eibinger-Miedl.
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl zeigte sich erfreut: "Die aktuelle Umfrage zeigt: Die Österreicherinnen und Österreicher wollen bessere Möglichkeiten, selbst für ihre Zukunft und die ihrer Kinder vorzusorgen. Mit dem Zukunftsdepot schaffen wir die Grundlage dafür, schon in jungen Jahren mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufzubauen."
Damit würde die Finanzbildung und Eigenvorsorge gestärkt und gleichzeitig mehr privates Kapital für Investitionen in Österreich und Europa auf den Weg gebracht. "Besonders erfreulich ist, dass nun auch Rückenwind von Seiten der EU-Kommission für dieses wichtige Vorhaben kommt", so Eibinger-Miedl.
Im Staatssekretariat hebt man hervor, dass schon regelmäßige kleinere Einzahlungen über viele Jahre zu einem wichtigen Startkapital für Ausbildung, die erste Wohnung oder die weitere Vorsorge werden können. Gleichzeitig vermittle das Modell jungen Menschen "frühzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und den Wert langfristigen Sparens und Investierens".