Neue Studie alarmiert

Jede Nacht wach? Dieses Risiko könnte dadurch steigen

Der Körper ist müde, der Kopf hellwach – Nacht für Nacht: Was viele als Teil ihres Alltags hinnehmen, könnte ein gesundheitliches Warnsignal sein.
Heute Life
28.09.2026, 19:15
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Du liegst im Bett, drehst dich von einer Seite auf die andere und der Blick auf die Uhr macht alles nur noch schlimmer. Am nächsten Morgen fühlst du dich wie gerädert. Wer solche Nächte regelmäßig erlebt, kämpft allerdings womöglich nicht nur mit Müdigkeit: Eine große internationale Übersichtsarbeit zeigt Zusammenhänge zwischen Insomnie und mehreren gesundheitlichen Risiken.

An der Untersuchung der European Academy of Neurology war auch die MedUni Wien beteiligt. Die Forscher bündelten bisherige Erkenntnisse zu sieben Bereichen – darunter Schlaganfall, Demenz, Depression, Krankenhausaufnahmen und Sterblichkeit.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

26 Prozent höheres Schlaganfallrisiko

Besonders deutlich fällt der Blick auf Schlaganfälle aus. Dafür identifizierten die Forscher neun Studien mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Teilnehmern. Sechs davon konnten für eine Metaanalyse zusammengeführt werden. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Menschen mit Insomnie hatten ein um 26 Prozent höheres Schlaganfallrisiko als Menschen ohne Schlaflosigkeit. Die Stärke dieses Zusammenhangs unterschied sich allerdings zwischen den einzelnen Studien.

Und noch eine Zahl sticht heraus: Bei der Auswertung zu Krankenhausaufnahmen zeigte sich für Menschen mit Insomnie eine um 28 Prozent höhere Chance, aus irgendeinem Grund im Spital aufgenommen zu werden.

Zwischen Demenz und Depression

Die Forscher untersuchten Schlaflosigkeit aber nicht nur mit Blick auf Schlaganfälle. Frühere systematische Übersichtsarbeiten fanden auch Zusammenhänge mit Demenz, insbesondere Alzheimer, Depression sowie suizidalem Verhalten. Nicht bei allen untersuchten Endpunkten waren die Ergebnisse allerdings einheitlich. Für die Sterblichkeit fand die aktuelle Übersichtsarbeit keinen entsprechenden Zusammenhang.

Für Ko-Autor Stefan Seidel von der MedUni Wien zeigt das, dass Schlaf stärker als Teil unserer Gesundheit betrachtet werden sollte. Der Neurologe und Schlafmediziner ist ärztlicher Direktor der Klinik Pirawarth und hat die Untersuchung als Mitglied der European Academy of Neurology mitinitiiert. "Schlaf sollte in jedem Lebensalter Teil der Diskussion über Gehirngesundheit sein", betont Seidel.

Bedeutet schlechter Schlaf automatisch Schlaganfall?

Die Untersuchung zeigt Zusammenhänge, beweist aber nicht, dass Insomnie einen Schlaganfall, Alzheimer oder eine Depression verursacht. Unter anderem unterschieden sich die ausgewerteten Studien darin, wie Schlaflosigkeit definiert wurde. Auch mögliche Einflussfaktoren wie die Einnahme von Schlafmedikamenten wurden nicht überall ausreichend berücksichtigt.

red,28.09.2026, 19:15