Schnell Sonnencreme auf die Arme, Badetasche in den Kofferraum und ab ins Freibad. Was nach einem ganz normalen Sommertag klingt, kann für den Autolack allerdings unschöne Folgen haben. Schon ein Griff mit frisch eingecremten Händen kann hartnäckige Spuren hinterlassen.
Besonders problematisch wird es, wenn Sonnencreme und große Hitze zusammentreffen. Bleiben die Rückstände unbemerkt auf der Karosserie und steht das Auto anschließend stundenlang in der Sonne, können aus harmlosen Fingerabdrücken im schlimmsten Fall dauerhafte Lackschäden werden.
Wie empfindlich Autolack reagieren kann, untersuchten Forscher der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Dafür wurden sechs handelsübliche Sonnencremes auf Standard-Autolack getestet. Alle hinterließen Spuren – bei hohen Temperaturen fielen die Schäden besonders deutlich aus.
Für die Untersuchung wurde der Lack Temperaturen von 70 bis 80 Grad ausgesetzt. Das klingt zunächst extrem, kann auf der Oberfläche eines dunklen Autos in der prallen Sommersonne aber durchaus erreicht werden. Dabei kann Sonnencreme in die Lackschicht einwirken. Die Oberfläche quillt auf, im Extremfall bilden sich sogar runzelige beziehungsweise faltige Strukturen.
Auch die Prüforganisation Dekra warnt vor dem Zusammenspiel von Hitze und bestimmten Substanzen auf dem Lack. Steigt die Oberflächentemperatur stark an, kann die Beschichtung empfindlicher gegenüber chemischen und biologischen Einflüssen werden.
Besonders aufmerksam sollten Besitzer dunkler Fahrzeuge sein. Dunkle Lackierungen absorbieren einen größeren Teil der Sonnenstrahlung und können sich entsprechend stark erhitzen. Auch Metallic-Lacke können betroffen sein. Das Tückische daran: Der Schaden muss zunächst gar nicht dramatisch aussehen.
Am Anfang zeigen sich häufig matte oder milchig-helle Stellen auf dem Lack. Wer sie entdeckt, sollte sie nicht einfach bis zur nächsten Autowäsche ignorieren. Je länger Sonnencreme auf einer heißen Oberfläche bleibt, desto stärker kann sie auf die Lackschicht einwirken. Sind lediglich oberflächliche Spuren vorhanden, kann eine fachgerechte Reinigung oder Politur unter Umständen noch helfen.
Hat sich die Oberfläche dagegen bereits sichtbar verändert oder haben sich Falten beziehungsweise Runzeln gebildet, wird es schwieriger. Dann kann es nötig sein, beschädigte Lackschichten abzutragen und neu aufzubauen. Bei entsprechend schweren Schäden kann sogar eine Neulackierung der betroffenen Fahrzeugteile notwendig werden.
Entdeckst du frische Sonnencreme-Rückstände auf deinem Auto, zählt deshalb vor allem eines: nicht warten. Solange die Creme noch nicht lange auf der Oberfläche liegt, kannst du versuchen, sie vorsichtig mit einem feuchten, weichen Tuch abzunehmen.
Anschließend sollte die Stelle gründlich und lackschonend gereinigt werden. Bleiben nach der Autowäsche matte Flecken zurück, kann eine geeignete Lackpolitur helfen. Dabei solltest du dich an die Anwendungshinweise halten und mit sauberem Mikrofasertuch oder geeignetem Polierschwamm arbeiten. Sind bereits tiefere Veränderungen zu erkennen, ist Experimentieren dagegen keine gute Idee. Dann sollte ein Lackier- oder Fahrzeugpflegebetrieb beurteilen, ob sich die Stelle noch aufbereiten lässt.