Wenn sich am Mittwoch, dem 12. August, der Mond langsam vor die Sonne schiebt, erwartet Österreich das eindrucksvollste Himmelsspektakel seit Jahren. In Wien wird die Sonne kurz vor ihrem Untergang zu einem großen Teil vom Mond verdeckt – ein Anblick, den es nicht alle Tage gibt. Damit die partielle Sonnenfinsternis jedoch in guter Erinnerung bleibt, sollte man sich rechtzeitig vorbereiten. Denn neben dem richtigen Beobachtungsort spielt vor allem der passende Augenschutz eine entscheidende Rolle.
In Wien beginnt die partielle Sonnenfinsternis um 19.22 Uhr. Ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 20.13 Uhr, nur wenige Augenblicke vor dem Sonnenuntergang.
Weil die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief über dem westlichen Horizont steht, ist ein möglichst freier Blick nach Westen entscheidend. Besonders gut eignen sich erhöhte Standorte wie Hügel, Aussichtspunkte oder Dachterrassen. In Wien zählt etwa der Donauturm zu den beliebtesten Plätzen. Dort werden ab 19 Uhr auch kostenlose Sonnenfinsternisbrillen ausgegeben.
Während Österreich die Sonnenfinsternis am 12. August nur partiell erlebt, dürfen sich Himmelsfans in anderen Teilen Europas sogar auf eine totale Sonnenfinsternis freuen. Die besten Chancen bieten Nordspanien – unter anderem rund um A Coruña, Burgos, Saragossa, Valencia, Palma de Mallorca und Bilbao –, außerdem Island sowie Teile Grönlands. Dort schiebt sich der Mond vollständig vor die Sonne und sorgt für mehrere Minuten Tagesdunkelheit.
Auch wenn die Sonne bei der partiellen Sonnenfinsternis fast zu 90 Prozent vom Mond verdeckt wird, bleibt der direkte Blick gefährlich: "Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Blick in den Himmel unbedenklich sei, weil der Mond einen Großteil der Sonne verdeckt. Allerdings ist das Gegenteil der Fall, denn der direkte Blick in die Sonne kann die Netzhaut auch dann noch schwer schädigen", erklärt Fritz Wutscher jun., CEO von sehen!wutscher und Augenoptiker, gegenüber "Heute".
Das Tückische: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Schäden werden deshalb oft erst Stunden später bemerkt – etwa durch verschwommenes Sehen, blinde Flecken oder im schlimmsten Fall dauerhafte Einschränkungen des Sehvermögens.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte seine Brille bei einem Fachoptiker, in einem Planetarium oder einem Astronomie-Fachgeschäft kaufen. Dort werden ausschließlich geprüfte Produkte verkauft.
Nicht jede Sonnenfinsternisbrille schützt die Augen zuverlässig.
Nur wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, bietet die Brille den nötigen Schutz.
Gerade rund um die Sonnenfinsternis werden auf Online-Marktplätzen zahlreiche günstige Brillen angeboten. Hier warnt der Augenoptiker: "Bei sehr günstigen Angeboten auf Online-Plattformen ist Vorsicht geboten. Dort werden mitunter gefälschte Produkte angeboten, die zwar entsprechende ISO- oder CE-Logos tragen, deren Filter die schädliche Strahlung jedoch nicht ausreichend blockieren", warnt Wutscher.
Ist kurzfristig keine zertifizierte Brille mehr erhältlich, gilt eine einfache Regel: Niemals direkt in die Sonne schauen. Stattdessen empfehlt der Experte die indirekte Beobachtung. Besonders einfach funktioniert das mit einer sogenannten Lochprojektion: Dazu wird ein kleines Loch in einen Karton gestochen. Das Sonnenlicht projiziert anschließend das Bild der verfinsterten Sonne auf den Boden.
Die Antwort ist eindeutig: Nein. Auch besonders dunkle Sonnenbrillen oder mehrere übereinander getragene Sonnenbrillen filtern die intensive Sonnenstrahlung nicht ausreichend. Ebenso ungeeignet sind getönte Folien, CDs, Röntgenbilder oder andere selbst gebastelte Lösungen. Sie vermitteln zwar ein Gefühl von Sicherheit, schützen die Netzhaut jedoch nicht zuverlässig.
Wer das Himmelsspektakel am 12. August verpasst, muss sich nicht allzu lange gedulden: Bereits am 2. August 2027 zieht die nächste Sonnenfinsternis über Teile Europas.