Die Regierung hat ihre Preisbremsen-Pläne präsentiert. Ab 1. Juli 2026 soll die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel in Österreich auf die Hälfte gesenkt werden. Die Idee: Die Bevölkerung soll beim täglichen Einkauf finanziell entlastet werden, besonders angesichts der anhaltend hohen Inflation. Die Bundesregierung spricht von einer klaren Unterstützung für Haushalte, die besonders unter steigenden Preisen leiden.
Auf den ersten Blick klingt das nach einer spürbaren Entlastung – die Realität im Supermarkt wird aber voraussichtlich deutlich moderater ausfallen. Experten warnen: Die Steuerersparnis könnte nur ein paar Cent pro Artikel ausmachen. Die Preisreduktion für die breite Masse wird also minimal bleiben.
Offiziell soll der Endpreis der Produkte um die Hälfte der bisherigen Mehrwertsteuer sinken. Bei einem Produkt, das bisher mit 10% Mehrwertsteuer belastet war, bedeutet das also nur eine Senkung um 5%. Für Konsumenten klingt das nach wenig, insbesondere angesichts der jüngsten Preissteigerungen.
Der Handelsverband begrüßt die Maßnahme grundsätzlich. Die Sprecher betonen, dass man versuchen werde, die Steuerersparnis direkt an die Kunden weiterzugeben. Trotzdem bleibt Skepsis groß: In der Vergangenheit wurde bei ähnlichen Entlastungen häufig nicht der volle Vorteil an die Endkunden weitergegeben.
Konsumenten berichten schon seit Monaten von steigenden Lebensmittelpreisen, die die halbe Steuer schnell schlucken könnten. So rechnen auch Experten damit, dass viele Haushalte am Ende nur wenige Euro pro Monat sparen werden.
Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Experten gehen davon aus, dass selbst eine halbe Mehrwertsteuer nicht ausreichen wird, um die gestiegenen Kosten beim Einkauf auszugleichen. Für viele Konsumenten bedeutet das: Trotz Steuerreduktion bleibt der Einkauf teuer, besonders bei Milch, Eiern, Butter und anderen Grundnahrungsmitteln, die stark von internationalen Rohstoffpreisen abhängig sind.
Ökonomen warnen außerdem: Händler könnten die Steuersenkung nutzen, um preisstabile Produkte etwas günstiger zu machen, während ohnehin teure Markenartikel kaum betroffen sind. Damit bleibt die Entlastung in der Praxis sehr begrenzt.
Die Maßnahme kostet den Staat laut Regierung rund 400 Millionen Euro pro Jahr. Damit entstehen Haushaltslücken, die durch andere Maßnahmen ausgeglichen werden sollen.
Die Steuerreduktion soll also teilweise durch andere Maßnahmen finanziert werden – was die tatsächliche Entlastung für Konsumenten zusätzlich schmälert. Wirtschaftsexperten und Konsumentenschützer kritisieren die geplante Halbierung der Mehrwertsteuer als symbolische Maßnahme, die nicht wirklich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten wirkt. Die tatsächliche Entlastung liege im Cent-Bereich pro Produkt, sagen Experten.
Gleichzeitig seien die Preise für Grundnahrungsmittel seit 2023 deutlich gestiegen, wodurch die Steuerreduktion kaum spürbar wird. Eine nachhaltige Entlastung könne nur durch stärkere Preissenkungen oder gezielte Sozialleistungen erreicht werden. Beispielrechnung: Wer derzeit für Milch 1,20€ bezahlt, könnte durch die halbe Steuer nur 5 bis 6 Cent sparen. Ähnlich kleine Beträge fallen bei Eiern, Butter oder Nudeln an. Viele Haushalte werden die Steuerreduktion praktisch nicht spüren, auch wenn die Regierung sie als große Entlastung sieht.