"Der Trend zu kurzfristigeren Buchungen hält an", so Gottfried Math, Geschäftsführer von TUI Österreich. Doch genau dieses Reiseverhalten macht die Planung für Veranstalter nicht nur schwieriger, sondern kann sich auch auf den Preis auswirken, warnt Math.
Der Reiseveranstalter hat Flug- und Kerosinpreise frühzeitig abgesichert. Dieser Vorteil könnte in den kommenden Monaten allerdings nachlassen.
Der Hintergrund sind die gestiegenen Kerosinkosten. Seit Februar seien diese kontinuierlich nach oben gegangen, erklärt Math. Wer jetzt buche, könne jedoch von den abgesicherten Preisen noch profitieren.
"Wenn man jetzt bucht, dann hat man die Preissicherungsgeschäfte noch voll mit inkludiert", sagt der TUI-Österreich-Chef. In den kommenden Monaten könnten höhere Kosten bei den Airlines stärker auf die Reisepreise durchschlagen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Kostenentwicklung anhält und die bisherigen Absicherungen zunehmend auslaufen.
Eine pauschale Preissteigerung für alle Reisen bedeutet das allerdings nicht. Wie sich der Preis entwickelt, hängt unter anderem von Flugverbindungen, Reiseziel und verfügbarem Angebot ab.
Dass viele Kunden mit ihrer Buchung länger als früher warten, betrifft laut Math sowohl das Sommergeschäft als auch den Winterurlaub. Für Reiseveranstalter sei der Trend eine Herausforderung. Flugzeuge und Hotelzimmer müssen frühzeitig eingeplant und Kapazitäten eingekauft werden. Je später Kunden entscheiden, desto schwieriger werde es, Angebot und Nachfrage aufeinander abzustimmen.
"Der Preis, den man jetzt hat, der ist eben auch fix", betonte Math zudem. Urlauber müssten demnach nicht befürchten, dass der vereinbarte Reisepreis später einfach nachverrechnet werde.
Gerade Familien, die an Schulferien gebunden sind, haben oft weniger Spielraum bei den Reisedaten. Für sie kann es deshalb sinnvoll sein, früh Angebote zu vergleichen und nicht nur auf mögliche spätere Preisvorteile zu hoffen.
Dass viele Kunden später buchen, heißt nicht, dass die Nachfrage ausbleibt. TUI berichtete, dass die Buchungen in den Wochen wieder an Fahrt gewonnen hätten. Das Wintergeschäft lag beim gebuchten Umsatz dennoch zuletzt rund vier Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Branche hofft daher auf weitere Buchungen in den kommenden Monaten.