Monatelang freust du dich auf deinen wohlverdienten Urlaub. Du träumst von Sonne, Strand und einem Hotelzimmer mit Meerblick. Doch dann kommt alles anders: Der Flug wird verschoben, das Traumzimmer entpuppt sich als Reinfall und beim Mietwagen warten plötzlich zusätzliche Kosten. Was nach einem Albtraum klingt, war für viele Reisende im Sommer heuer bittere Realität. Eine aktuelle Auswertung der Arbeiterkammer (AK) zeigt jetzt, was Urlauber besonders auf die Palme brachte.
Du öffnest die Tür zu deinem Ferienzimmer und würdest am liebsten gleich wieder umdrehen. Genau solche Enttäuschungen sorgten im Sommer für zahlreiche Beschwerden. Rund 20 Prozent der ausgewerteten Fälle betrafen die Unterkunft. Mal war das Zimmer schmutzig, mal gab es Schimmel oder Ungeziefer. In anderen Fällen fehlte plötzlich der versprochene Meerblick.
Besonders ärgerlich: Auf den Buchungsfotos hatte alles noch ganz anders ausgesehen. Entspricht die Unterkunft nicht den vereinbarten Leistungen, müssen Reisende solche Mängel aber nicht einfach hinnehmen.
Der mit Abstand häufigste Beschwerdegrund war allerdings das Fliegen. 45 Prozent der insgesamt 544 untersuchten Beschwerden drehten sich um Flugreisen. Besonders oft ärgerten sich Urlauber über geänderte Flugzeiten, andere Fluglinien oder zusätzliche Gebühren. Auch verschwundenes oder beschädigtes Gepäck war ein großes Thema: 15 Prozent der Flugbeschwerden betrafen Probleme mit Koffern und Taschen. In neun Prozent der Fälle ging es um Flugannullierungen, in sechs Prozent um Verspätungen.
Besonders häufig tauchte dabei Ryanair auf. Rund 30 Prozent der Flugbeschwerden bezogen sich auf Zusatzgebühren der Airline. Bestimmte Entgelte wurden vom Obersten Gerichtshof für unzulässig erklärt und können unter bestimmten Voraussetzungen zurückgefordert werden.
Auch abseits des Flughafens warteten unangenehme Überraschungen. Rund zwölf Prozent der Beschwerden betrafen Mietwagen sowie Bahn-, Bus- und Schiffsreisen. Vor allem unerwartete Zusatzkosten sorgten für Ärger. Mal wurden zusätzliche Gebühren verrechnet, mal gab es Streit um Mautkosten oder angebliche Schäden am Mietauto. Wer einen Wagen ausleiht, sollte deshalb bei der Übernahme und Rückgabe genau hinsehen und vorhandene Schäden fotografieren. Das kann später viel Ärger ersparen.
Eigentlich sollen Onlineportale die Urlaubsplanung erleichtern. Doch in rund zehn Prozent der ausgewerteten Fälle sorgten gerade Vermittlungsplattformen für Schwierigkeiten. Beschwert wurde sich unter anderem über falsche Informationen, Probleme bei Rückerstattungen und unerwünschte Prime-Mitgliedschaften bei Opodo.
In der AK-Auswertung wurde Ryanair insgesamt 191-mal negativ genannt. Dahinter folgten Booking.com mit 70 und Opodo mit 24 Nennungen. Wichtig: Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die untersuchten Beschwerden und sind kein allgemeines Ranking der Anbieter.
Für die Untersuchung wertete der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag der AK 544 Reisebeschwerden aus, die zwischen Anfang Juli und Ende August 2026 eingegangen waren. Wer selbst betroffen ist, sollte möglichst rasch reagieren. Die AK empfiehlt, Mängel sofort vor Ort zu melden und mit Fotos oder Videos zu dokumentieren. Auch Rechnungen, Buchungsbestätigungen und schriftliche Nachrichten solltest du aufbewahren. Bei Pauschalreisen ist grundsätzlich der Reiseveranstalter die erste Anlaufstelle. Geht es um bestimmte Flugprobleme, kann hingegen die ausführende Airline zuständig sein.
Wird ein Mangel nicht behoben, können je nach Fall eine Preisminderung, eine Erstattung oder andere Ansprüche infrage kommen. Die AK bietet dafür kostenlose Musterbriefe an.