Ein romantischer Abend in Rom, ein kurzer Abstecher nach Florenz oder eine spontane Nacht in Venedig: Für solche Mini-Trips ist eine Ferienwohnung oft schnell gebucht. Doch genau damit könnte es in Italien künftig schwieriger werden. Der italienische Hotelverband fordert strengere Regeln für Airbnb und Co – im Raum steht sogar eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Nächten.
Wer nur für ein Wochenende nach Italien reist, könnte bei der Suche nach einer Ferienwohnung künftig vor einem Problem stehen. Zumindest dann, wenn sich der italienische Hotelverband Federalberghi mit seinen Forderungen durchsetzt. Verbandspräsident Bernabò Bocca will, dass für kurzfristig vermietete Wohnungen ähnliche Vorschriften gelten wie für Hotels. Als mögliche Lösung bringt er eine Mindestbuchungsdauer von fünf Nächten ins Spiel.
"Solange sie für eine einzige Nacht vermieten dürfen, bewegen sie sich auf unserem Markt und müssen denselben Regeln unterliegen wie wir", erklärte Bocca gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA. Ein beschlossenes Verbot für einzelne Übernachtungen gibt es allerdings nicht. Bislang handelt es sich um einen Vorschlag der Hotelbranche.
Hinter der Forderung steckt ein handfester Streit ums Geschäft. Hotels müssen in Italien zahlreiche Auflagen erfüllen – etwa beim Brandschutz, bei der Ausstattung oder beim Personal. Welche Vorschriften gelten, hängt unter anderem von der Region und der Größe des Betriebs ab. Private Ferienwohnungen unterliegen dagegen teilweise anderen Anforderungen. Für Bocca ist das ein Wettbewerbsnachteil: Während Hotels ganzjährig hohe Fixkosten tragen, können private Vermieter ihre Unterkünfte gezielt in besonders gefragten Reisezeiten anbieten.
"Meiner Meinung nach ist das ein unfairer Wettbewerb", kritisiert der Hotelverbandschef. Ein vollständiges Aus für Ferienwohnungen verlangt er dennoch nicht. Ihm gehe es um strengere und fairere Regeln.
Bei den Vermietern kommt der Vorstoß gar nicht gut an. Der italienische Kurzzeitvermieterverband AIGAB wirft Federalberghi wiederholte, unangemessene Angriffe auf die Branche vor. Ferienwohnungen seien schließlich nicht einfach Hotels ohne Rezeption. Gerade Familien schätzten den zusätzlichen Platz, die Privatsphäre und oft auch die geringeren Kosten. Für zahlreiche italienische Haushalte seien die Mieteinnahmen zudem eine wichtige finanzielle Stütze.
Auch Airbnb hat sich bereits grundsätzlich für einen einheitlichen gesetzlichen Rahmen ausgesprochen. Die Plattform räumte im November 2024 ein, dass Städte wie Rom, Florenz und Venedig mit Übertourismus kämpfen. Neue Regeln müssten jedoch besonders belastete Viertel schützen, ohne gelegentliche private Vermietungen unmöglich zu machen. Zur aktuellen Forderung nach mindestens fünf Nächten liegt bislang keine Stellungnahme von Airbnb vor.
Vorerst kannst du also aufatmen: Eine einzelne Nacht in einer italienischen Ferienwohnung ist nicht generell verboten. Ob sich das irgendwann ändert, bleibt offen. Am 22. Oktober soll die italienische Regierung mit Vertretern der Hotel- und Ferienwohnungsbranche über europäische Vorschläge zur Regulierung beraten.