Wirtschaftskammer prescht vor

1.000 € – neuer Bonus für alle, die Vollzeit arbeiten

Österreich ist Teilzeit-Spitzenreiter in der EU. Die Wirtschaftskammer will gegensteuern und bringt einen neuen Bonus für Vollzeitkräfte ins Spiel.
Nicolas Kubrak
16.04.2026, 09:52
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Österreich spielt EU-weit ganz vorne mit – und zwar bei der Teilzeitarbeit. Mit den Niederlanden verzeichnet nur ein Land eine höhere Teilzeitquote als die Alpenrepublik!

In Wien arbeiten besonders viele Männer in Teilzeit, nämlich rund 20 Prozent – das sind fast doppelt so viele wie in den anderen Bundesländern.

WK Wien: "Vollzeit wird diskriminiert"

"Das wundert mich nicht, denn die Menschen können rechnen", sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien – und übt deutliche Kritik am System. Sein Vorwurf: "In Österreich wird Vollzeitarbeit diskriminiert." Wer von Teilzeit auf Vollzeit aufstockt, habe zwar mehr Arbeit, aber oft verhältnismäßig wenig mehr Geld in der Tasche.

"In Österreich wird Vollzeitarbeit diskriminiert", kritisiert Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck.
Hemut Graf

Arbeitszeit auf unter 30 Stunden gesunken

Das führe zu einer paradoxen Entwicklung: "Mehr Menschen arbeiten, das allerdings weniger", so Ruck. Tatsächlich ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Österreich mittlerweile auf unter 30 Stunden gesunken. Gleichzeitig wachse der Druck auf das System. "Die Finanzierung staatlicher Leistungen wird dadurch immer schwieriger", warnt der WK-Präsident. Auch Unternehmen würden händeringend nach qualifizierten Vollzeitkräften suchen.

Steuerlicher Bonus gefordert

Um gegenzusteuern, fordert Ruck jetzt konkrete Maßnahmen. Sein Vorschlag: Vollzeitarbeit soll finanziell attraktiver gemacht werden – "sonst bekommen wir ernsthafte, volkswirtschaftliche Probleme. Der Kammerpräsident bringt einen steuerlichen Bonus von mindestens 1.000 Euro pro Jahr ins Spiel. Seine Forderung: "Arbeit soll sich nicht nur lohnen, sondern auch auszahlen", betont er.

Ziel sei es, die Schere zwischen Teilzeit und Vollzeit zu verkleinern, damit sich mehr Arbeitsstunden auch wirklich im Geldbörsel bemerkbar machen. Zusätzlich plädiert Ruck für Änderungen bei staatlichen Beihilfen. Diese sollten bei steigendem Einkommen nicht abrupt wegfallen, sondern schrittweise reduziert werden. So könnte verhindert werden, dass sich Mehrarbeit am Ende kaum lohnt.

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