Lehrermangel droht

Quote gestiegen: Immer mehr Lehrer arbeiten in Teilzeit

Immer mehr Lehrer in Österreich arbeiten in Teilzeit. Besonders in den westlichen Bundesländern sind die Quoten weiterhin auffallend hoch.
Newsdesk Heute
29.03.2026, 19:46
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Österreichs Schulen stehen weiter vor einem strukturellen Problem: Immer mehr Lehrkräfte arbeiten nicht in Vollzeit. Die Teilzeitquote ist zuletzt erneut gestiegen.

Im aktuellen Schuljahr haben an Pflichtschulen bereits 35 Prozent der Lehrkräfte keine volle Lehrverpflichtung. An Bundesschulen liegt der Anteil sogar bei rund 38 Prozent.

Quote im Westen besonders hoch

Laut Zahlen des Bildungsministeriums verzeichnen Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich die höchsten Teilzeitanteile. An Bundesschulen liegt Vorarlberg bei 47 Prozent, Tirol bei 43 und Oberösterreich bei 42 Prozent. Auch bei den Pflichtschulen führt Vorarlberg mit 45 Prozent, gefolgt von Salzburg und Oberösterreich (je 44) sowie Tirol (42).

Deutlich niedriger sind die Werte etwa in Kärnten, dem Burgenland und der Steiermark. An Pflichtschulen hat Kärnten mit 20 Prozent den geringsten Anteil, gefolgt vom Burgenland (24) und Wien (30).

Frauen deutlich öfter in Teilzeit

Eine Analyse des Rechnungshofs aus dem Jahr 2025 zeigt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So arbeiteten im Schuljahr 2023/24 an Bundesschulen rund 43 Prozent der Lehrerinnen nicht in Vollzeit, bei den Männern waren es 26 Prozent. An Pflichtschulen lagen die Werte bei knapp 38 Prozent (Frauen) und 22 Prozent (Männer).

Auch Quereinsteiger sind häufiger in Teilzeit tätig: Ihr durchschnittliches Beschäftigungsausmaß liegt bei 73 Prozent, während es insgesamt bei 84 Prozent liegt. Diese Gruppe machte zuletzt 12 Prozent der Neueinstellungen aus.

Neue Regeln erhöhen Teilzeitquote

Ein weiterer Faktor für den Anstieg sind neue Vorgaben für Junglehrer. Diese dürfen seit Herbst 2025 neben ihrem Masterstudium nur noch maximal eine halbe Unterrichtsverpflichtung übernehmen. Zuvor wurden sie wegen Lehrermangels oft stärker eingesetzt.

Der Rechnungshof weist darauf hin, dass eine Vollbeschäftigung nicht immer möglich sei – etwa wegen unterschiedlicher Fachbedarfe oder komplexer Stundenmodelle. Dennoch sei eine Senkung der Teilzeitquote als Maßnahme gegen den Lehrermangel "unabdingbar".

Ministerium verweist auf begrenzten Einfluss

Aus dem Büro von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) heißt es, dass man bei bestimmten Formen der Teilzeit – etwa bei Müttern nach der Karenz oder bei studierenden Junglehrern – wenig Einfluss habe. In anderen Fällen würden "die persönlichen mit den dienstlichen Interessen" abgewogen.

Zudem sei den Schulen empfohlen worden, zunächst bestehendes Personal zu fragen, ob es Stunden aufstocken möchte, bevor neue Stellen ausgeschrieben werden. Gemeinsam mit den Bildungsdirektionen arbeite man außerdem an einer besseren Datengrundlage.

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