Tierisch ungerecht

36 Jahre einsam! "Guggi" findet seine Liebe und stirbt

Fast sein ganzes Leben musste Graupapagei Guggi allein in einem Käfig verbringen und erst kurz vor seinem Tod durfte er die Liebe in "Coco" finden.
28.10.2026, 15:26
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36 Jahre alt wurde Graupapagei Guggi. Doch die wirklich schönen Momente seines Lebens lassen sich wohl an wenigen Monaten abzählen. Fast sein gesamtes Dasein verbrachte der Vogel allein hinter Gitterstäben, ohne Artgenossen, ohne ausreichende Beschäftigung und ohne die Möglichkeit, seine natürlichen Bedürfnisse auszuleben. Erst als der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) ihn im Mai 2026 rettete, begann für Guggi ein neues Kapitel. Eines, das leider viel zu früh enden sollte.

Ein Leben voller Einsamkeit hinter Gittern

Die jahrzehntelange Isolation hatte tiefe Spuren hinterlassen. Guggi litt unter schweren Verhaltensstörungen und rupfte sich immer wieder selbst die Federn aus. Dieses sogenannte Federpicken kann bei Papageien unter anderem durch chronischen Stress, Langeweile und fehlende Sozialkontakte begünstigt werden. Gerade Graupapageien gelten als hochintelligente und ausgesprochen soziale Vögel, für die das Zusammenleben mit Artgenossen von enormer Bedeutung ist.

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Doch kaum war Guggi endlich in Sicherheit, folgte die nächste niederschmetternde Diagnose: Unter seinem Flügel entdeckten Tierärzte ein Plattenepithelkarzinom – einen bösartigen Tumor. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde der Papagei einer komplizierten Operation unterzogen. Der Eingriff sollte seine Beschwerden lindern und ihm noch möglichst viel Lebensqualität schenken.

Dann kam "Coco"

Und tatsächlich hielt das Schicksal für den alten Graupapagei noch ein kleines Wunder bereit: Coco. Die Papageiendame wurde zu seiner Gefährtin und schenkte ihm etwas, das ihm beinahe vier Jahrzehnte lang verwehrt geblieben war – die Nähe eines Artgenossen. Endlich war da jemand, der seine Sprache sprach. Jemand, mit dem er seinen Alltag teilen konnte. Nach einem Leben in Einsamkeit durfte Guggi auf seine alten Tage noch erleben, was es bedeutet, nicht mehr allein zu sein.

Jetzt leidet Coco unter der Trennung  von Guggi.
©ÖTV

Doch das Glück war von erschütternd kurzer Dauer, denn die lange Krankheit war stärker als die junge Liebe und Guggi verlor seinen Kampf gegen den Krebs.

Arme "Coco" will nicht fressen

Besonders herzzerreißend: Zurück bleibt Coco, die ihren Gefährten schmerzlich vermisst. Nach Angaben des Österreichischen Tierschutzvereins verweigert die Papageiendame derzeit sogar das Futter. Eine besorgniserregende Reaktion, denn anhaltende Nahrungsverweigerung kann für Vögel rasch gefährlich werden und erfordert tierärztliche Betreuung.

Guggis Geschichte ist nicht nur eine traurige Abschiedsgeschichte. Sie ist auch eine Mahnung an alle, die Papageien als Haustiere halten möchten. Diese sensiblen, intelligenten Tiere brauchen weit mehr als einen Käfig, Futter und gelegentliche Aufmerksamkeit. Sie brauchen Platz, Beschäftigung und vor allem die Gesellschaft passender Artgenossen. Ein Mensch kann einen Papageienpartner nicht ersetzen.

red, 28.10.2026, 15:26