Banken-Beben in Serbien! Die Behörden haben die Alta Bank geschlossen und ihren Eigentümer festgenommen. Er soll rund 380 Millionen Euro aus dem Banktresor geschafft haben. Tausende Kunden bangen um ihr Geld.
Dieser Finanzskandal erschüttert ganz Serbien! Nach dem überraschenden Aus der "Alta Bank" in Belgrad wurde am Montag deren Eigentümer Davor Macura festgenommen. Der schwerwiegende Verdacht: Der Unternehmer soll umgerechnet rund 380 Millionen Euro unrechtmäßig aus den Tresoren des Geldinstituts entnommen haben.
Wie der serbische "Kurir" berichtet, wurden neben Macura zwei weitere Bankmitarbeiter festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie dem Unternehmer den Zugang zu den Tresorräumen ermöglicht haben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Bereits am Samstag hatte die serbische Nationalbank der Alta Bank die Lizenz entzogen. Als Grund nannte die Aufsichtsbehörde eine dramatische Verschlechterung der finanziellen Lage und massive Liquiditätsprobleme.
Für die Kunden kam der Schock praktisch über Nacht: Konten wurden eingefroren, Überweisungen gestoppt und der Zugriff auf Ersparnisse blockiert. Betroffene versuchten, ihr Geld noch rechtzeitig abzuheben – vielfach vergeblich.
Besonders hart trifft die Pleite zahlreiche russische Staatsbürger, die nach Beginn des Ukraine-Krieges nach Serbien gezogen waren. Die Alta Bank gehörte zu den wenigen Geldinstituten, die ihnen Konten eröffneten.
Immerhin: Laut serbischer Einlagensicherung sind Guthaben von bis zu 50.000 Euro pro Einleger geschützt. Die zuständige Behörde soll die Auszahlung der versicherten Beträge innerhalb von sieben Werktagen ermöglichen. Wer höhere Summen auf seinem Konto hatte, muss um den darüber hinausgehenden Betrag bangen.
Besonders brisant ist der Zeitpunkt des Banken-Crashs. Erst am 25. Oktober verlor die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Aleksandar Vučić nach 14 Jahren ihre Macht bei der Parlamentswahl.
Bank-Eigentümer Macura gilt als Geschäftsmann mit engen Verbindungen zur bisherigen politischen Führung. Die Alta Bank war in den vergangenen Jahren stark gewachsen und wickelte unter anderem Stromzahlungen für Millionen Kunden in Belgrad ab.
Nun wird auch untersucht, ob vor der Schließung größere Geldbeträge ins Ausland verschoben wurden und ob die Bankenaufsicht rechtzeitig eingegriffen hat. Ein Zusammenhang zwischen dem Wahlausgang und möglichen Straftaten ist bislang nicht bewiesen.