Der belgische Ardo-Konzern will offenbar sein Werk in Belgien auslasten und österreichisches Gemüse durch belgisches ersetzen: "Das ist komplett unverständlich, denn dafür nimmt der Konzern sogar finanzielle Nachteile und Rückzahlungen in Kauf", so LH-Stellvertreter und Obmann des nö. Bauernbundes, Stephan Pernkopf (VP) gegenüber "Heute".
"Heute": Warum ist die Aufregung so groß?
Stephan Pernkopf: "Das Aus für das Werk trifft rund 500 Gemüsebauern und 240 Beschäftige, hat aber auch Auswirkung auf die Versorgung mit Tiefkühlgemüse für ganz Österreich! An dem Standort wird beispielsweise für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar produziert."
"Heute": Warum führt nicht einfach jemand anderer das Werk weiter?
Pernkopf: "Ardo lehnt alle Hilfen ab, blockiert den Verkauf und nimmt auch noch die Spezialmaschinen mit. Man will österreichische Konkurrenz verhindern. Doch das lassen wir uns nicht gefallen, dieser Plan 'Österreich raus, Belgien rein' darf nicht gelingen!"
"Heute": Wie geht es jetzt weiter?
Pernkopf: "Gespräche für eine österreichische Lösung laufen seit Minute eins und hauptsächlich in zwei Richtungen, nämlich dass die Wirtschaft bestehende Produktionslinien aufstockt oder neue aufbaut. Das Ziel ist klar: Möglichst viel Gemüse-Produktion im Marchfeld und möglichst viel heimische Gemüse-Produkte im Supermarkt-Regal."
"Heute": Welche Unterstützer gibt es?
Pernkopf: "Aus Liebe zum Land kommt es gerade zu einem rot-weiß-roten Schulterschluss zwischen Bauern, Arbeitern, Handel und Konsumenten. Von der Arbeiterkammer über die Wirtschaftskammer und ecoplus bis zur Petition zur Rettung des Marchfeld-Gemüses mit über 100.000 Unterstützer. Das zeigt, welch hohen Stellenwert die Versorgungssicherheit für die Menschen hat und das gibt Rückenwind für unseren Kampf."