Spätestens ab 1. April müssen per Gesetz versteckte Preiserhöhungen durch Reduzierung der Menge, sogenannte Shrinkflation, in den Supermarkt-Regalen öffentlich gemacht werden. Billa ist vorgeprescht und setzt das bereits um.
"Heute"-Leserreporter Herbert entdeckte am Freitag mitten im Regal den Hinweis: "Der Lieferant hat bei erhöhtem Preis den Packungsinhalt reduziert. Der Grundpreis hat sich somit im Vergleich zu vorher erhöht", warnt Billa direkt neben dem Preisschild vor der versteckten Teuerung. Es ist der erste Mogel-Alarm seit dem Start der Maßnahme Anfang Jänner.
Bitter für Naschkatze Herbert: Der beliebte "Milka Schoko Snack" (auch "Choco Snack") ist heimlich um zwei Gramm leichter geworden – der Preis ist jedoch gleich geblieben. Statt 29 Gramm bringt jeder Riegel nur noch 27 Gramm auf die Waage.
Das Vorgehen des Herstellers empört: "Wahnsinn. Der gleiche Preis bei einer geringeren Menge ist ja schlimm. Mich so heimlich mehr zahlen zu lassen, ist wirklich dreist", ärgert sich der "Heute"-Leserreporter. Er sei Billa "wirklich dankbar" für den Hinweis.
Erst im November hatte die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS ihr Shrinkflation-Gesetz ausverhandelt und auf Schiene gebracht.
"Gleiche Packung, aber weniger drin – das ist Irreführung der Kundinnen und Kunden. Die Kaufentscheidung muss auf Transparenz basieren können; man soll erkennen, wenn ein Produkt geschrumpft ist", erklärte SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig gegenüber "Heute" die Intention.
Händler müssen laut Gesetz mindestens 60 Tage auf eine Veränderung der Inhaltsmenge eines Produkts hinweisen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 15.000 Euro, jedoch nicht gleich beim ersten Mal. "Da gibt es eine Nachfrist – uns geht es um beraten statt strafen", so die Staatssekretärin.
Zusätzlich wird die Grundpreisangabe prominenter: Sie muss künftig mindestens halb so groß wie der Verkaufspreis geschrieben sein, damit Preisvergleiche einfacher werden.