Mit Temperaturen deutlich über 30 Grad steigt nicht nur die Belastung für den Kreislauf, sondern auch das Risiko für schwere gesundheitliche Folgen. Mediziner warnen deshalb vor den Auswirkungen der aktuellen Hitzewelle.
Besonders kritisch wird es laut Experten, wenn die gefühlte Temperatur Werte von mehr als 32 Grad erreicht. Ab rund 38 Grad sprechen Fachleute von einer extremen Belastung für den Körper. Für die kommenden Tage werden in Teilen Österreichs Höchstwerte von bis zu 36 Grad erwartet.
Bei hohen Temperaturen versucht der Körper, sich durch Schwitzen und eine stärkere Durchblutung der Haut abzukühlen. Gleichzeitig steigt die Herzfrequenz und der Flüssigkeitsverlust nimmt deutlich zu. Gerät dieses System an seine Grenzen, drohen Kreislaufprobleme oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen und chronisch Kranke. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach, während Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zusätzliche Belastung erschweren können. Auch Diabetiker haben laut Experten häufig Probleme bei der körpereigenen Kühlung.
Zudem leiden Menschen mit Atemwegserkrankungen verstärkt unter der Hitze. Heiße Luft kann die Lunge zusätzlich belasten und akute Beschwerden auslösen. Nach Angaben des Mediziners kommt es derzeit vermehrt zu Verschlechterungen bei Asthma- und COPD-Patienten.
Auch Säuglinge und Kleinkinder gelten als Risikogruppe. Ihr Körper kann Temperaturunterschiede schlechter ausgleichen, zudem sind die für die Wärmeregulierung zuständigen Bereiche im Gehirn noch nicht vollständig entwickelt.
Selbst junge und gesunde Menschen sind nicht vor den Folgen extremer Hitze geschützt. Wer bei hohen Temperaturen Sport treibt oder körperlich schwer arbeitet, riskiert eine Überhitzung des Körpers. Ein Hitzschlag gilt als lebensbedrohlicher Notfall.
Ein oft unterschätztes Risiko sind laut Experten außerdem Medikamente. So können etwa Entwässerungstabletten, Betablocker, ACE-Hemmer sowie bestimmte Antidepressiva oder Neuroleptika die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, mit Hitze umzugehen. Gleichzeitig kann sich bei starkem Flüssigkeitsverlust die Konzentration von Medikamenten im Blut erhöhen.
Wichtig sei deshalb, Medikamente niemals eigenmächtig abzusetzen oder die Dosierung zu verändern. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte bei längeren Hitzeperioden Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.
Um die Belastung möglichst gering zu halten, empfehlen Mediziner ausreichend Flüssigkeit, körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und Wohnräume tagsüber möglichst kühl zu halten. Als Warnzeichen gelten unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, starke Erschöpfung oder Verwirrtheit.
Treten trotz Kühlung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr Beschwerden wie anhaltendes Erbrechen, Fieber, Atemnot, Bewusstseinstrübungen oder Verwirrtheit auf, sollte umgehend medizinische Hilfe gerufen werden. Experten betonen, dass solche Symptome nicht unterschätzt werden dürfen.