Der Liegestuhl steht im Schatten, die Temperaturen sind angenehmer und die Haut wird geschont. Doch viele stellen sich dabei dieselbe Frage: Kann man dort überhaupt braun werden? Schließlich scheint die direkte Sonne gar nicht auf die Haut. Trotzdem bemerken viele nach einem Tag am Strand oder Pool eine sichtbare Bräune. Wie das möglich ist und welche Rolle UV-Strahlen dabei spielen, überrascht viele.
Selbst wenn keine Sonnenstrahlen direkt auf die Haut treffen, gelangt UV-Strahlung an den Körper. Die Strahlen werden von Wasser, Sand, Hausfassaden oder hellem Boden reflektiert und in der Umgebung gestreut. Dadurch trifft weiterhin ausreichend UV-Strahlung auf die Haut, um die Melaninproduktion anzukurbeln – also den Prozess, der für die Bräune verantwortlich ist. Das bedeutet: Die Bräune entsteht langsamer als in der prallen Sonne, entwickelt sich aber dennoch.
Grundsätzlich ja. Wer sich im Schatten aufhält, ist deutlich weniger UV-Strahlung ausgesetzt als beim direkten Sonnenbaden. Ganz ohne Risiko ist Schatten-Bräune aber nicht: Je nach Standort können noch immer beträchtliche Mengen an UV-Strahlung die Haut erreichen. Besonders am Strand, am See oder in den Bergen wird die Sonnenkraft häufig unterschätzt.
Wer jetzt glaubt, im Schatten auf Sonnencreme verzichten zu können, liegt falsch. Auch indirekte UV-Strahlung kann die Haut schädigen und langfristig das Risiko für vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und Hautkrebs erhöhen.
Dermatologen empfehlen deshalb, an sonnigen Tagen auch im Schatten einen Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 aufzutragen: Besonders im Gesicht, auf den Schultern und anderen unbedeckten Hautstellen ist Sonnenschutz wichtig. Schatten reduziert die UV-Belastung zwar deutlich, schirmt sie aber nicht vollständig ab.
Viele glauben, dass eine Bräune, die langsam im Schatten entsteht, länger sichtbar bleibt als jene nach intensivem Sonnenbaden. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Wie lange die Sommerbräune anhält, hängt vielmehr vom individuellen Hauttyp, der Hautpflege und dem natürlichen Regenerationsprozess der Haut ab – unabhängig davon, ob die Farbe in der prallen Sonne oder im Schatten entstanden ist.