Stress Awareness Day

Dauerstress in Österreich: Wie du dagegen ankommst

Rund zwei Drittel der Österreicher fühlen sich häufig gestresst. Der 4. November macht auf die Folgen aufmerksam. Acht Tipps helfen beim Abschalten.
04.11.2026, 22:46
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Am 4. November steht weltweit ein Thema im Mittelpunkt, das Millionen Menschen täglich begleitet: Stress. Der International Stress Awareness Day soll das Bewusstsein für die gesundheitlichen Folgen von anhaltender Belastung schärfen und dazu ermutigen, rechtzeitig gegenzusteuern. Denn gerade in Österreich scheint Entspannung für viele zur Herausforderung geworden zu sein: Rund zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich oft oder sehr oft gestresst.

Dass Stress längst kein Randproblem mehr ist, zeigt eine Studie des Gesundheitsanbieters Mavie vom September. Besonders alarmierend: 83 Prozent der Befragten gehen trotz mentaler Erschöpfung weiter zur Arbeit. Für 60 Prozent ist der Job der größte Stressfaktor. Der Aktionstag rückt damit eine Frage in den Mittelpunkt, die viele betrifft: Wie lange kann der Körper funktionieren, wenn der Kopf längst eine Pause braucht?

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Wenn Stress zum Dauerzustand wird

Termindruck, hohe Erwartungen, finanzielle Sorgen oder familiäre Verpflichtungen: Die Ursachen für Stress sind vielfältig. Besonders der Arbeitsplatz entwickelt sich für viele zum Belastungsfaktor. Der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt seit Jahren eine zunehmende psychische Belastung der Beschäftigten. Vor allem Zeitdruck und steigende Anforderungen wirken sich negativ auf das Arbeitsklima aus.

Arbeitklimaindex
AK OÖ

Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen, im Tourismus und am Bau sowie junge Erwerbstätige. Die Folgen reichen von zunehmender Erschöpfung bis zu gesundheitlichen Beschwerden. Bei vielen wächst dadurch auch der Wunsch nach einem Berufswechsel.

Wie tief die Belastung bereits geht, zeigt eine Umfrage von Karriere.at unter 2.235 Nutzerinnen und Nutzern: 52 Prozent haben schon mindestens einmal wegen der Arbeit geweint. 64 Prozent berichten von einem Wutausbruch im Zusammenhang mit dem Job. Knapp ein Drittel erreicht mehrmals im Monat die eigene emotionale Belastungsgrenze, ein weiteres Drittel mehrmals im Jahr.

Was sich Beschäftigte wünschen, ist deutlich: 34 Prozent möchten weniger Arbeitslast. 32 Prozent wünschen sich ein Gespräch mit der Führungskraft, 28 Prozent mehr Austausch im Team.

Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung

Auch die Beratungszahlen von fit2work verdeutlichen die Entwicklung. Die Initiative der Bundesregierung unterstützt Menschen und Betriebe bei gesundheitlichen Problemen, die den Arbeitsplatz gefährden.

2025 nahmen knapp 27.000 Personen eine Erstberatung in Anspruch. 2020 waren es noch rund 14.000. Die Zahl hat sich damit innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. Steigende Fehlzeiten seien ein "deutliches Warnsignal im Betrieb", erklärt fit2work auf Anfrage von ORF.at.

Wann Stress gefährlich wird

Stress ist nicht grundsätzlich schlecht. Kurzfristig kann er sogar helfen, Herausforderungen zu bewältigen und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Problematisch wird es, wenn die Anspannung nicht mehr nachlässt und ausreichend Erholung fehlt.

„Gesundheitlich problematisch kann Stress insbesondere dann werden, wenn Belastungen über längere Zeit bestehen.“

"Gesundheitlich problematisch kann Stress aber insbesondere dann werden, wenn Belastungen über längere Zeit bestehen beziehungsweise wiederholt auftreten und ausreichende Erholungsmöglichkeiten fehlen", betont fit2work gegenüber ORF.at.

Die möglichen Folgen sind vielfältig: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, ständig überfordert zu sein. Auch der Körper leidet. Dauerstress kann Herz-Kreislauf-Beschwerden begünstigen und das Immunsystem schwächen. Während der Organismus kurzfristige Belastungen gut bewältigen kann, kann chronischer Stress langfristig ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Diese Maßnahmen helfen gegen den Stress

Der International Stress Awareness Day soll nicht nur auf die Probleme aufmerksam machen, sondern auch dazu anregen, die eigene Gesundheit stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, Belastungen besser zu bewältigen.

fit2work empfiehlt regelmäßige kurze Pausen – möglichst ohne Smartphone und Bildschirm. Ein Spaziergang an der frischen Luft, ein paar Dehnübungen oder einfaches Aufstehen zwischendurch können helfen, Abstand zum Arbeitsalltag zu gewinnen. Auch Bewegung und eine ausgewogene Ernährung unterstützen den Umgang mit Stress.

Wichtig ist außerdem, klare Grenzen zwischen Beruf und Freizeit zu ziehen. Dazu gehören fixe Arbeitszeiten, die Möglichkeit, nach Feierabend nicht erreichbar zu sein, und eine sinnvolle Priorisierung von Aufgaben. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen kann entlasten. Über Sorgen und Überforderung zu sprechen, ist kein Zeichen von Schwäche.

red, 04.11.2026, 22:46
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