Wohlige Wärme, trockene Kehle

Heizungsluft: So sehr kann sie dir wirklich schaden

Draußen frieren wir, drinnen drehen wir die Heizung auf. Was sich wunderbar anfühlt, kann für die Schleimhäute allerdings zur Belastungsprobe werden.
03.11.2026, 13:17
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Draußen pfeift der kalte Wind, drinnen läuft die Heizung auf Hochtouren. Endlich ist es wieder so richtig gemütlich! Doch während wir uns auf dem Sofa in eine Decke kuscheln, macht sich die warme Luft oft auf unangenehme Weise bemerkbar. Die Haut spannt, der Hals kratzt und die Augen fühlen sich plötzlich trocken an. Was viele unterschätzen: Ausgerechnet unser wohlig warmes Zuhause kann im Winter zur Belastung für den Körper werden.

Warum die Heizung unsere Luft austrocknet

Das Problem ist nicht die Heizung selbst, sondern die geringe Luftfeuchtigkeit. Kalte Winterluft enthält meist wenig Wasserdampf. Wird sie in der Wohnung erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit noch weiter. In beheizten Räumen kann sie dadurch auf unter 30 Prozent fallen. Angenehm sind oft etwa 40 bis 60 Prozent. Ein kleines Hygrometer verrät dir, wie es um dein Raumklima steht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wenn die Nase ihre Schutzfunktion verliert

Besonders empfindlich reagieren unsere Schleimhäute. Normalerweise halten sie Krankheitserreger und Schmutzpartikel ab und transportieren diese wieder nach draußen. Trocknen Nase und Rachen aus, funktioniert dieser natürliche Schutz weniger gut. Viren können dadurch leichteres Spiel haben. Heizungsluft verursacht zwar keine Erkältung, kann aber die Abwehr der Atemwege beeinträchtigen.

Auch Menschen mit empfindlichen Atemwegen können unter dem trockenen Raumklima stärker leiden.

Auch Haut & Augen schlagen Alarm

Kennst du dieses unangenehme Spannungsgefühl im Gesicht, sobald du abends auf dem Sofa sitzt? Trockene Raumluft kann den Feuchtigkeitsverlust der Haut verstärken. Die Folge sind raue Stellen, Juckreiz und spröde Lippen.

Auch unsere Augen bekommen die Heizsaison zu spüren. Besonders beim langen Arbeiten am Bildschirm blinzeln wir seltener. In trockener Luft kann der Tränenfilm schneller verdunsten – die Augen brennen, röten sich oder fühlen sich müde an. Kommen Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme dazu, kann auch schlechte Raumluft eine Rolle spielen. Denn im Winter wird häufig zu wenig gelüftet.

Diese kleinen Tricks helfen wirklich

Die gute Nachricht: Du musst nicht frieren, um deinem Körper etwas Gutes zu tun.

  • Richtig lüften: Öffne mehrmals täglich für einige Minuten die Fenster weit. Stoßlüften sorgt für frische Luft, ohne die Wohnung unnötig auszukühlen.
  • Luftfeuchtigkeit prüfen: Ein Hygrometer hilft, den Überblick zu behalten. Ist die Luft dauerhaft zu trocken, kann ein sauber gehaltener Luftbefeuchter sinnvoll sein. Zu viel Feuchtigkeit solltest du wegen der Schimmelgefahr vermeiden.
  • Zimmerpflanzen aufstellen: Pflanzen geben über ihre Blätter Feuchtigkeit ab. Der Effekt ist allerdings begrenzt und ersetzt keine gezielte Regulierung des Raumklimas.
  • Ausreichend trinken: Wasser und ungesüßter Tee helfen, den Körper gut mit Flüssigkeit zu versorgen. Bei trockener Haut können zusätzlich rückfettende Pflegeprodukte helfen.
  • Heizung etwas zurückdrehen: Im Wohnzimmer reichen vielen Menschen etwa 20 Grad, im Schlafzimmer darf es etwas kühler sein. Das kann das Raumklima angenehmer machen und spart Energie.

Schon wenige Veränderungen können einen Unterschied machen. Damit dein Zuhause im Winter nicht nur gemütlich warm bleibt, sondern sich auch für Haut, Augen und Atemwege gut anfühlt.

red, 03.11.2026, 13:17
Mehr zum Thema
Weitere Storys